Durch Kalifornien im September 2017

Zur Hochzeit von Freunden

Eine Hochzeitseinladung von Freunden aus Kalifornien mündete im Sommer 2017 in der kurzfristigen Entscheidung, den September im Westen der USA zu verbringen. Ausschlaggebend für die Wahl eines RV war dann schlussendlich der Wunsch, unser „Zuhause“ immer dabeizuhaben, unsere Koffer nicht beständig ein- und auspacken zu müssen und somit das vielzitierte Freiheitsgefühl eines Road Trips noch entspannter als in einem Mietwagen genießen zu können.

Wir haben unsere Entscheidung keine Sekunde bereut. Über CU | Camper fanden wir ein passendes Angebot bei dem Anbieter Apollo und wählten den Pioneer RV 22-25 mit einer Einwegmiete für 15 Tage von San Francisco mit Abgabe in Las Vegas. Aufgrund der geringen Planungszeit und der Naivität, die einem Wohnwagen-Ersttäter gemein ist, sind wir in einige der typischen Neulings-Fallen getappt – zu viele Meilen insbesondere am Übernahmetag, zu viele Städte, Andrang an den Highlights unterschätzt etc. – die im Nachhinein jedoch sehr lehrreich waren und den wunderschönen Urlaub in Gänze nicht geschmälert haben.

Erste WoMo-Tour

Zwar werden wir einen zweiten Trip ein wenig anders angehen – der Womo-Virus hat uns natürlich infiziert.

wir sind in 2018 direkt wieder in den USA auf der Straße – doch manche Dinge werden erst klarer, wenn man sie eben selbst erlebt, da hilft kein noch so gut gemeinter Ratschlag im Vorfeld.

Nach einem problemlosen Flug von Frankfurt nach San Francisco übernahmen wir mit gehörigem Jetlag am nächsten Tag gegen Mittag unsere dicke Minnie. Unsere Minnie ist dank eines Upgrades ein wenig größer ausgefallen als gewünscht und so waren wir auf den ersten Meilen sowohl als Fahrer, als auch als Beifahrer mit einigem Bauchgrummeln und sehr vorsichtiger Fahrweise unterwegs. Die Übernahme lief schnell, wichtige Dinge wie z.B. der Umstand, dass für das Ablassen des Abwassers die Betätigung einer zusätzlichen Pumpe bei unserem Modell vonnöten war, mussten wir allerdings selbst herausfinden.

Unser sich anschließender Ersteinkauf lief dann aufgrund einer fehlenden genau aufgeschlüsselten Einkaufsliste reichlich chaotisch ab. Die Ausmaße amerikanischer Supermärkte hatten wir schlichtweg unterschätzt. Den fehlenden Spülschwamm haben wir dann tatsächlich im Supermarkt des Yosemite Valley gekauft. Für einen Campground innerhalb unseres ersten Ziels, des Yosemite-Nationalparks, waren wir naturgemäß viel zu spät dran, so dass wir im Vorfeld vor den Toren des Nationalparks einen privaten Stellplatz für drei Tage zum Ankommen reserviert hatten und von dort mit Hilfe des YARTS in den Park gelangten.

Eine grundsätzlich gute Idee, die jedoch für den Übernahmetag ein straffes Fahrprogramm beinhaltete, so dass wir erst nach Einbruch der Dunkelheit mit unserer Minnie am Zielort ankamen und von den Strapazen völlig geschafft sofort ins Bett fielen. Der Park selbst war trotz Touristenmassen traumhaft und eines unserer Highlights der Reise.

Nach Bäumen und Bergen ging es für uns wieder zurück Richtung Westen zur Küste, zum Meer.

Zwar war der Highway 1 ab Gorda aufgrund von Erdrutschen gesperrt, so dass wir Streckenteile mehrfach mit Hin- und Rückweg befahren mussten, doch dies hat sich gelohnt und uns nachhaltig beeindruckt.

Wir verbrachten drei traumhafte Tage mit sehenswerten Abschnitten, wie dem „17 Mile Drive“, dem State Park Point Lobos und der Seeelefanten-Kolonie Piedras Blancas. Auf unserem Weg Richtung L.A. besuchten wir die Küstenorte Morro Bay und Pismo Beach, hielten für einen kurzen Stopp in Santa Barbara, machten die obligatorischen Bilder der Rettungsschwimmer-Häuschen in Malibu und tauchten dann endgültig in den Dunstkreis der Großstadt Los Angelos ein. L.A. sollte man einmal in seinem Leben gesehen haben, ja, doch mit einem Wohnmobil würden wir die Stadt nicht erneut besuchen – der Verkehr ist schlicht und ergreifend furchtbar. Für 48$ (!) nutzten wir einen Parkplatz, bzw. naja aufgrund von Minnies vollschlanken Ausmaßen waren es vier PKW Parkplätze, in Santa Monica und erkundeten mit den Fahrrad den berühmten Venice Beach, der sich als nicht gerade wohlriechende Ansammlung diverser schräger Menschen entpuppte und als eine der wenigen Orte in Kalifornien von uns nie wieder besucht werden wird.

In Los Angeles

Am Folgetag gönnten wir Minnie eine Pause und erkundeten Hollywood und den Walk of Fame mit Hilfe von Uber und einer Tour zu den Villen der Stars.

Am nächsten Tag ging es vorbei an vielen Ampeln in Laguna und Huntington Beach weiter Richtung Süden zu der Hochzeit unserer Freunde. Für die drei noch folgenden Resttage standen nun noch der Joshua Tree-Nationalpark und ein eventueller Besuch des Hoover Dam auf dem Plan. Innerhalb des Joshua Tree-Nationalparks herrschten zu unserer Reisezeit erträgliche Temperaturen, so dass wir viele kleinere Wanderungen machten und auf Felsen herum kletterten. Wir entschieden uns dann jedoch gegen eine Übernachtung und brachen bereits Richtung Las Vegas auf.

Der Besuch des Hoover Dams inklusive einer recht rudimentären Kontrolle des Inneren von Minnie durch amerikanische Uniformierte war spannend, wer Höhenangst hat, ist dort allerdings nicht gut aufgehoben. Die letzte Nacht verbrachten wir in Las Vegas auf einem Platz etwas außerhalb in der Nähe der Abgabestation, der für die Eingewöhnung in die Glitzerstadt Las Vegas ideal war. Die Abgabe selbst lief problemlos und wir verabschiedeten uns traurig von unserem liebgewonnenen Gefährt. Das irgendwo auf der Strecke verlorene Abwasserkabel wurde uns vorbehaltlos erstattet, so dass wir über den sonstigen Service und die Freundlichkeit der Angestellten von Apollo nur Positives vermelden können.

Als Anfänger hatten wir uns dazu entschieden vermehrt auf Campgrounds zurückzugreifen, die Anschlüsse wie Strom und Wasser beinhalteten.

Zwar haben wir diese Annehmlichkeiten genossen, doch auf unserem nächsten Trip wollen wir mehr Natur und die Ursprünglichkeit des Campings genießen – für unsere erste Wohnmobilreise war dies jedoch die vollkommen richtige Entscheidung.

Nach Abgabe des RV verbrachten wir noch ein paar Tage in Hotels in Las Vegas und San Francisco, um dann wieder gen Heimat aufzubrechen. In den gebuchten 15 Tagen haben wir uns streckentechnisch nicht übernommen, doch im Nachhinein wären wir an einigen Orten gern etwas länger geblieben und hätten unsere Minnie häufiger für einen Tag verschnaufen lassen, um dann am nächsten Tag etwas mehr zu fahren. Fest steht, dass der Südwesten der USA noch einiges zu bieten hat und wir wohl oder übel noch das ein oder andere Mal wiederkommen müssen.

Annika und Dennis, August 2018

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