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Robben Island

„Hier ist die Insel! Hier werdet ihr sterben!” Es war ein eiskalter Winter im Jahr 1964, als Nelson Mandela so auf Robben Island empfangen wurde.

Luftaufnahme von Robben Island vor der Küste Südafrikas

Eine Gefängnisinsel, ähnlich berüchtigt wie die Teufelsinsel (‚Papillon‘) und Alcatraz. Zwölf Kilometer liegt Robben Island vor Kapstadt, bot seinen Häftlingen keine Chance zur Flucht. Heute ist die Haftanstalt Museum und Gedenkstätte. Wenn Sie Kapstadt und Umgebung erkunden möchten, können Sie sich bei CU | Camper das passende Wohnmobil mieten.

Sträflingsinsel seit dem 16. Jahrhundert

Seit dem 16. Jahrhundert diente das rund 500 Hektar große Eiland Robben Island vor der Küste von Kapstadt als Sträflingskolonie. Zunächst nutzten niederländische Kolonialherren die abgelegene Insel, um Menschen zu isolieren, die als gesellschaftlich unerwünscht galten. Später übernahmen die Briten diese Funktion und führten sie konsequent weiter. Über Jahrhunderte hinweg wurde Robben Island zum Sinnbild für Ausgrenzung und Unfreiheit.

Die geografische Lage der Insel machte sie zu einem nahezu perfekten Gefängnis: Starke Strömungen, kaltes Atlantikwasser und die Entfernung zum Festland machten eine Flucht praktisch unmöglich. Einige Gefangene wagten dennoch den Versuch, doch keiner überlebte. Sie alle wurden von den Naturgewalten besiegt – ertrunken oder zurückgetrieben.

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Abschiebeort für Ausgestoßene

Robben Island war nicht nur ein Ort für verurteilte Straftäter. Menschen mit Lepra, psychisch Erkrankte und all jene, die aus gesellschaftlicher oder politischer Sicht „unerwünscht“ waren, wurden hierhin verbannt. Die Insel wurde zu einem Auffanglager für die Ausgestoßenen der Gesellschaft – ein kalter, isolierter Ort ohne Perspektive.

Mit dem Beginn der Apartheid in Südafrika setzte das rassistische Regime diese Praxis fort. Ab dem Jahr 1961 wurde Robben Island ein politisches Gefängnis für Gegner des Systems. Wer Widerstand leistete, wurde weggesperrt. Insgesamt landeten zwischen 1961 und 1991 rund 3.000 Männer auf der Insel – viele von ihnen Mitglieder des African National Congress (ANC), Studentenaktivisten oder Gewerkschafter.

Mandela: 18 Jahre auf Robben Island

Einer der berühmtesten Häftlinge der Insel war Nelson Mandela. Im Oktober 1963 wurde er im sogenannten Rivonia-Prozess angeklagt – benannt nach einem Johannesburger Vorort, in dem das geheime Hauptquartier des ANC entdeckt worden war. Die Anklage lautete auf Sabotage, Verschwörung und Hochverrat. Bereits zu diesem Zeitpunkt saß Mandela eine andere Haftstrafe ab, unter anderem wegen eines Streikaufrufs.

Im Juni 1964 wurde das Urteil gefällt: lebenslange Haft für Mandela und mehrere seiner Mitstreiter – wegen angeblicher terroristischer und kommunistischer Aktivitäten sowie dem Versuch, die Regierung zu stürzen. Mandela verbrachte 18 Jahre auf Robben Island, in einer kahlen Zelle von nur fünf Quadratmetern. Die Bedingungen waren hart, das Leben war geprägt von Isolation, Zwangsarbeit im Steinbruch und psychischer Belastung.

In seinen Memoiren Der lange Weg zur Freiheit schilderte Mandela eindrucksvoll seine Jahre auf Robben Island. Seine Zelle mit der Nummer fünf ist heute eine der Hauptattraktionen der Insel und ein starkes Symbol für den Widerstand gegen die Apartheid.

Eingang zum Gefängnis auf Robben Island
Gefängnisbetten auf Robben Island
Wachturm im Robben Island Gefängnis in Südafrika
Gefängnismuseum auf Robben Island

Vom Gefängnis zur Gedenkstätte

Im Jahr 1990 wurde Mandela nach insgesamt 27 Jahren Haft freigelassen. Vier Jahre später wurde er der erste schwarze Präsident Südafrikas und führte das Land in eine neue demokratische Ära. Zwei Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid verließen im Dezember 1996 auch die letzten rund 300 Gefangenen Robben Island.

Schon 1997 wurde die Insel zur nationalen Gedenkstätte erklärt. Zwei Jahre später, 1999, ernannte die UNESCO Robben Island zum Weltkulturerbe – als Erinnerung an ein düsteres Kapitel der südafrikanischen Geschichte und als Mahnmal für Freiheit und Menschenrechte.

Ein Ort der Erinnerung

Heute verkehren regelmäßig Katamarane und Fähren zwischen Kapstadt und Robben Island. Das Eiland ist zu einem vielbesuchten Museum geworden. Besucher aus aller Welt nehmen an Führungen teil, die oft von ehemaligen Gefangenen geleitet werden – Menschen, die einst selbst Opfer des Regimes waren und heute ihre Geschichten erzählen.

Wer das ehemalige Gefängnis betritt, sieht noch immer das Wappen der damaligen Wärter. In Englisch und Afrikaans prangt dort der Satz: „We serve with pride“ – „Wir dienen mit Stolz“. Eine bittere Erinnerung an ein unterdrückendes System, das heute Geschichte ist – aber niemals vergessen werden darf.


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