Memphis: Mehr Musik geht nicht!

Für eine Stadt mit nicht einmal 650.000 Einwohnern hat Memphis für die Musik viel geleistet! Sie hat einen König hervorgebracht – Elvis Presley, immer noch auf der ganzen Welt als der „King“ verehrt.

© Graceland
Der US-amerikanischer Sänger Elvis Presley

Eine Stadt mit Rhythmus im Blut

Sie hat Weltstars wie Aretha Franklin und Booker T. Jones geboren und andere wie Jeff Buckley zu Grabe getragen. Und Memphis war zeitweise Heimat von Größen wie Johnny Cash, John Lee Hooker, B.B. King, Otis Redding und Roy Orbison.
Memphis und Musik – das gehört zusammen wie Cäsar und Kleopatra, wie New Orleans und der Jazz. Bereits 1909 schrieb W. C. Handy den „Memphis Blues“, eines der weltweit ersten notierten Bluesstücke. Der dazugehörige Musikstil, ebenfalls als Memphis-Blues bezeichnet, führte zum ersten Mal die heute in der Rockmusik geläufige Bandformation mit zwei Gitarristen ein, einem für die Lead- und einem für die Rhythmusgitarre.

Memphis im US-Bundesstaat Tennessee ist nicht weniger als das Epizentrum des Blues und Rock’n’Roll – und absolut einen Abstecher auf einer Camper-Tour wert!

Memphis bietet Rock’n’Roll zum anfassen

© Graceland
© Graceland

Die größte Touristenattraktion in Memphis hat natürlich auch mit Musik zu tun: Graceland, die frühere Villa von Rock’n’Roll-Ikone Elvis Presley, der hier 1997 im Alter von 42 Jahren verstarb. Böse Zungen nennen Graceland das „Disneyland des Rock’n’Roll“ – und ja, die Einrichtung des Anwesens ist zum großen Teil reichlich kitschig geraten, mit ihren gläsernen Pfauen, weißen Sofas und dem gelben Leder als Wandverkleidung. Auch der rosafarbene Cadillac, den der King einst seiner Mutter schenkte, passt in diese Stilrichtung. Aber Geschmacksverirrungen hin oder her – Graceland ist ein Monument der Rockgeschichte, ein Wallfahrtsort für Elvis-Fans und Musikliebhaber allgemein. Immerhin nahm Presley hier im „Jungle Room“ auch Songs für seine beiden letzten Alben auf. Begonnen hatte der King seine Karriere nicht weit entfernt, in den legendären Studios von Sun Records. Im Juli 1954 nahm er dort seine erste Single „That’s All Right“ auf – die Verkäufe waren allerdings zunächst bescheiden. In den folgenden Jahren gaben sich bei Sun die kommenden Superstars die Klinke in die Hand: Johnny Cash, Carl Perkins, Roy Orbison, Jerry Lee Lewis … Eine spontane Jam-Session aus dem Dezember 1956, an der Presley, Perkins, Lewis und Cash teilnahmen, wurde in den Achtzigern, als die Aufnahmen wieder auftauchten, als „Million Dollar Quartet“ veröffentlicht. Heute sind die legendären Sun-Studios ein Museum.

Sun Studio

Memphis und die Musik: Klassiker seit 60 Jahren

Was Sun für den Rock’n’Roll bedeutet, bedeutet Stax Records für den Soul. Ende der 50er als Satellite Records gegründet, war Stax stilbildend für die Soulmusik und verantwortlich für die Entstehung des „Memphis Soul“.

Der Stax-Sound war eine Art Gegenentwurf zum damals mächtigen Soul-Label Motown aus Detroit. Während die Motown-Künstler wie Diana Ross und Marvin Gaye bis ins kleinste Detail durcharrangierte Songs interpretierten, setzte Stax auf kreatives Chaos und improvisierte Jams. Zu den größten Hits aus dem riesigen Katalog zählen „Hold On! I’m Coming“ von Sam and Dave und Isaac Hayes‘ „Theme from Shaft“. Das von Stax genutzte Studio an der McLemore Avenue wurde im Jahr 2003 wieder aufgebaut und dient seitdem als Museum.

© Graceland
Elvis Presley Museum

Elvis, Sun, Stax: Wer alles über Memphis und seine Musik zusammengefasst sehen, hören und erleben möchte, unternimmt einen Abstecher ins Memphis Rock N’Soul-Museum. Gelegen an der Ecke Beale Street (Heimat vieler Musikclubs) und Highway 61 („Blues Highway“), zeigt das Museum in sieben Galerien Höhepunkte aus über 80 Jahren Musikgeschichte.

Auf den spuren von Elvis und co.
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