In drei Wochen quer durch Neuseeland: Dieser Bericht zeigt die perfekte Route von Christchurch nach Auckland inklusive Insider-Tipps zu Freedom Camping und Stellplätzen.
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Wir holen am 06.10.2025, nachdem wir uns schon ein bisschen an den nordamerikanischen Verkehr gewöhnt haben – wir sind bereits drei Tage da und haben die Niagarafälle und Freunde bei…
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Der Blick in die Wettervorhersage für fast ganz Deutschland zeigt großflächig Regen. Nicht unbedingt typisch für Ende Juli. Für dieses Jahr haben wir bewusst nichts vorgebucht. Einfach dem schönen Wetter nachfahren – das war die Idee. Für die ersten Tage wird wohl eher ein vor dem schlechten Wetter flüchten daraus. Schauen wir mal. Aber der Reihe nach.
Wir holen am Samstagvormittag unser Wohnmobil in Henstedt-Ulzburg beim Vermieter DRM ab. Ein schönes Fahrzeug vom Typ ‘F4 Family Plus’ erwartet uns. Alles ist gut vorbereitet und nach freundlicher und kompetenter Einweisung übernehmen wir das Fahrzeug. Unseren PKW können wir vor Ort für die zwei Wochen stehen lassen.
Bevor die Reise startet, geht’s erstmal zurück nach Hause. Wir wohnen zum Glück in der Nähe, um das Fahrzeug vor der Haustür auszustatten. Großer Kühlschrank, viel Platz in der Küche und allgemein in den vielen Staufächern, machen das Beladen einfach.
Im Mietpaket sind auch Campingtisch, Stühle und eine Kiste mit Küchenausstattung. Damit haben wir eine gute Grundausstattung. Das Alkovenbett und das Doppelstockbett für die Kinder (4 und 7 Jahre) haben jeweils eine Leiter und ein Sicherheitsnetz.
Der hintere Stauraum, sozusagen der Kofferraum, ist nicht nur durch die beiden Seitentüren von außen zugänglich, sondern praktischerweise auch von innen durch Hochklappen des unteren Doppelstockbettes.
Dort können wir viele Dinge, gerade Spielzeug für die Kinder, gut verstauen. Mit etwas Ausprobieren und mit Hilfe von wiederverschließbaren Kabelbindern (ein tolles Hilfsmittel gerade auf Reisen) sind unsere vier Fahrräder auf dem rückseitigen Fahrradträger gut verstaut.
Über einen Tipp haben wir von ‘Landvergnügen’ (Webseite und App) erfahren. Für einen recht günstigen Jahresbetrag kann man auf allen teilnehmenden Bauernhöfen (über 2.000 Stück) in Deutschland, Österreich und Schweiz für eine Nacht kostenlos campen. Einfach per App auf der Karte Ziele aussuchen und anfragen. Die Buchung ist nur maximal eine Woche im Voraus möglich. Das passt aber sehr gut zu unserer spontanen Routenplanung.
Nun kann die Wetterrallye beginnen. Nach langem Studieren der Regenvorhersage für die nächsten Tage entscheiden wir uns für ‘Hilly Billy Town’ in der Uckermark in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Westernreiterhof in unberührter Natur. Unser Stellplatz ist auf einem Teil der Pferdekoppeln. Ein schöner Platz inmitten der Natur. Am nächsten Morgen können wir alle einen geführten Ausritt durch den Wald machen. Da merkt man auch das Nieselwetter kaum.
Wieder studieren wir die Wettervorhersage und die möglichen Ziele bei ‘Landvergnügen’. Die Bauernhöfe in Österreich klingen wirklich toll und landschaftlich ist es da sowieso wunderschön. Und vor allem in der 14-Tage-Wetterprognose viel Sonne. Es reift die Idee, vorwiegend in Österreich zu sein. Wie wollen wir den Weg dahin gestalten? Wir haben Freunde, die aktuell in der Nähe von Prag sind. Auf dem Flugplatz ‘Zbraslavice’ nehmen sie an einem Segelflugwettbewerb teil. Genauer gesagt an der Weltmeisterschaft der Frauen.
Durch Tschechien nach Österreich? Das wäre sogar der kürzeste Weg! Dafür brauchen wir noch einen passenden Zwischenstopp, der heute und morgen möglichst trocken ist. In Richtung Dreiländereck Polen, Tschechien, Deutschland scheint das Wetter zu passen. In der ‘Landvergnügen’-App finden wir schnell einen Alpakahof südlich von Görlitz. Angefragt. Bestätigt. Das ging schnell.
Wir machen uns bei Nieselwetter auf den Weg, aber das Wetter wird bald besser und bei sanfter Abendsonne erreichen wir das ‘Oberlausitzer Alpakaland’ südlich von Görlitz.
Wir werden freundlich begrüßt und vereinbaren für den nächsten Morgen eine Führung über den Hof. Nun gibt es noch einen kleinen abendlichen Spaziergang und dann geht es ab ins Bett.
Am nächsten Morgen ist es zwar trocken, aber windig und bedeckt. Wir frühstücken im Wohnmobil und freuen uns schon alle auf die Alpakas. Die Betreiberin nimmt sich viel Zeit und erklärt uns alles, was man über Alpakas wissen muss. Zum Beispiel dürfen die Männchen und Weibchen nicht zusammen gehalten werden. Wir haben auch die Gelegenheit, die Alpakas zu streichen. Am liebsten würden wir eins mitnehmen.
Nach dem Mittagessen geht es dann weiter zum ‘Flugplatz Zbraslavice’ in Tschechien. Der Flugplatz ist groß und somit ist genug Platz, damit wir uns mit unserem Wohnmobil dazu stellen können. Das Wetter ist gut und so beschließen wir, drei Tage zu bleiben. Wir genießen die Zeit mit Freunden und freuen uns, eine Segelflug-WM live miterleben zu können.
Als nächstes Ziel haben wir uns in der ‘Landvergnügen’-App den ‘Wegwartehof’, einen Demeter-Betrieb für Stutenmilch in Österreich, ausgesucht. Hier gibt es viele tolle Stutenmilchprodukte im eigenen Hofladen. Eine Stute gibt etwa 1 bis 2 Liter Milch am Tag, die per Hand gemolken werden. Wir hatten Glück und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnten dabei zusehen und durften sogar probieren. Am Abend gab es noch ein schönes Lagerfeuer.
Um endlich so richtig in die Berge zu kommen, machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum ‘Berghof Radlingmaier’. Der Bauernhof liegt in der Steiermark und ist wunderschön auf ca. 800 Höhenmetern gelegen. Betrieben wird er von einer jungen Familie mit 2 kleinen Kindern. Wir dürfen auf der Obstwiese stehen und haben sehr viel Platz.
Die Familie hat noch zwei weitere Stellplätze, die sogar eine grandiose Aussicht ins Tal bieten. Für die Benutzung der sanitären Einrichtung berechnet die Familie pro Person einen geringen Unkostenbeitrag.
Am nächsten Tag geht es weiter zum ‘Biohof Seebacher’. Der Hof liegt im gleichen Ort und somit sind wir heute sehr früh am Ziel. Hier haben wir einen großartigen Stellplatz mit tollem Talblick. Es gibt auch einen schönen Kinderspielplatz und es laufen auch einige Tiere umher. Dieser Hof beinhaltet auch Ferienwohnungen und hat somit ein paar Gäste mehr. Auch hier gibt es Sanitäranlagen, die gegen eine Gebühr genutzt werden können. Der Betreiber Thomas bietet für 13 Euro pro Person ein sehr leckeres Frühstück an, was wir gerne annehmen. Während des Frühstücks gibt es einen kleinen Vortrag über anthroposophische Milch. Hier haben wir viel dazu gelernt.
In der Region kann man tolle Wanderungen machen. Wir entscheiden uns für die Burgruine Wolkenstein. Eine tolle Aussicht übers Tal und auch für Familien mit kleinen Kindern gut geeignet. Danach fahren wir zum nahegelegenen Putterersee. Ein toller Badesee, der im Sommer sehr beliebt ist.
Unser nächstes Ziel ist die Zirbenhütte auf der Hiaslalm im Herzen der Kärntner Nockberge auf ca. 1.700 Metern. Der Wege dorthin gestaltet sich etwas schwierig, da der Sölkpass leider ausgerechnet an diesem Tag aufgrund von Straßensanierungsarbeiten gesperrt ist. Blöderweise hat uns das Navi trotzdem dort hoch geschickt und oben blieb uns nichts anderes übrig, als umzukehren und einen 3-Stunden-Umweg zu fahren. Aber die lange Anreise hat sich gelohnt. Das Restaurant ist sehr lecker und es gibt einen richtig tollen Spielplatz für die Kinder mit tollem Ausblick auf die umliegenden Berge.
Am nächsten Morgen machen wir noch eine kurze Wanderung, bevor es weiter geht zum Meissnitzerhof. Auf dem Weg kommen wir am Turrachsee vorbei. Der See liegt auf 1.780 Metern und wir können nicht Widerstehen, eine Runde zu schwimmen. Eine herrliche Erfrischung. Der Ort Turracher Höhe ist ein Skiort und im Sommer kann hier gerodelt werden. Es geht mit der Gondel oder Sessellift hoch und runter mit dem Nockyflitzer. Ein großer Spaß für alle.
Von Kärnten geht es wieder zurück in die Steiermark auf einen kleinen Bauernhof in Sankt Margarethen im Lungau. Unsere Gastgeberin hat Schweine, Kühe, Katzen, einen Hund, einen Hasen und Hühner. Für Kinder ein Paradies.
Es gibt einen tollen Hofladen mit Produkten aus eigener Herstellung wie Butter, Milch, Brot, Getreide, Rind, -Schweine-, und Lammfleisch. Wir teilen uns eine Wiese mit fünf anderen Campern, was toll ist, denn wir kommen mit den meisten schnell in einen netten Austausch.
Der letzte Stopp in Österreich führt uns zum Walcherhof in Ramsau am Dachstein. Der Hof ist eine familiengeführte Bauernhof-Pension, die seit dem Jahr 1290 besteht. Ein Ticket für die Gondel auf den beeindruckenden Dachstein ist aber kurzfristig nicht zu bekommen. Hier empfiehlt sich eine rechtzeitige Reservierung. Der Hof bietet zum Abend ein 3-Gänge-Menü an. Das lassen wir uns nicht entgehen. Und im Anschluss werden wir noch zum Lagerfeuer am nahe gelegenen Fischteich eingeladen.
Nicht weit vom Hof ist der ‘Erlebnisberg Rittisberg’. Hier gibt es auch eine Sommerrodelbahn, Ziplining, einen Badesee und noch einiges mehr. Im Vergleich war die Sommerrodelbahn vom Nockyflitzer jedoch deutlich länger und schneller.
Am nächsten Tag geht es wieder nach Deutschland, nähe München. Wir machen uns auf den Weg nach Ebersberg, um Freunde zu besuchen. Lustig ist, dass unser Wohnmobil ein Kennzeichen aus Ebersberg hat. Der Vermieter DRM hat hier seinen Hauptfirmensitz.
Wir haben Glück und kommen in den Genuss des Volksfestes in Ebersberg mit tollem Feuerwerk.
Da der Urlaub fast vorbei ist, entscheiden wir uns am nächsten Tag für eine Nachtfahrt zurück nach Hamburg. Mit dem Wohnmobil sind wir nicht sehr schnell und so sind die Autobahnen frei und wir kommen gut durch. Am Morgen erreichen wir den Blaubeerhof nähe Walsrode und machen eine kleine Pause. Von hier ist es nicht mehr weit nach Hause.
Wir hatten einen wunderschönen Urlaub mit dem Wohnmobil und möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung bedanken die wir bekommen haben. Für uns steht fest, im nächsten Jahr gerne wieder mit dem Wohnmobil von DRM und Landvergnügen.