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17.12.2026 - 31.12.2026
2 Reisende
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Von Toronto nach Québec im Wohnmobil

Wohnmobil steht am Straßenrand.
Wohnmobil von ‚Cruise Canada‘

Wir holen am 06.10.2025, nachdem wir uns schon ein bisschen an den nordamerikanischen Verkehr gewöhnt haben – wir sind bereits drei Tage da und haben die Niagarafälle und Freunde bei Detroit besucht – unser C25 RV ab. Das Fahrzeug hat fast 100.000 km auf dem Tacho und den Spuren nach zu urteilen auch bereits einiges erlebt. Noch dazu geht auf der rechten Seite am Armaturenbrett weder der USB-Port noch die 12V-Steckdose und das Blinkerlicht am Rückspiegel zeigt sein Vorhandensein durch Dauerleuchten. Das fällt uns leider erst im Dunklen auf. Aber hinten funktionieren die Blinker korrekt.

Auch innen ist deutlich ersichtlich, dass das Fahrzeug nicht mehr ganz neu ist. Es funktioniert aber alles. Wir selbst haben einige Campingerfahrung, wir waren selbst als Vermieter von Wohnwagen tätig. Wir finden es super, dass zum Beispiel der Kühlschrank während der Fahrt mit Gas betrieben werden darf und kann. Dass das Gas tatsächlich nur beim Tanken abgedreht werden muss. Auch die Warmwasserbereitung funktioniert per Gas. Natürlich auch die Heizung – und die brauchen wir nachts auch. Irritiert waren wir sowohl vom Erklärvideo als auch dem Aufkleber am Heizungsschalter: Ohne Landstromanschluss würde die nur 2 Stunden laufen. Wir können sagen: Quatsch!

Wir hatten die nicht auf voller Pulle permanent laufen. Aber dank Thermostat geht es super, in der Nacht eine Wohlfühltemperatur zu halten. Auch der (dreiflammige) Gasherd funktioniert super! Natürlich erfolgte bei Übergabe auch eine entsprechende Einweisung. Auch über alle anderen wichtigen Tätigkeiten: Wie entleere ich Schwarz- / Grauwasser? (Pro-Tipp hierzu: Wir hatten Einweghandschuhe dabei!) Wie fülle ich Frischwasser auf? Wie fülle ich Gas auf? Wo ist überhaupt der Tank?

Wohnmobil steht nachts auf leerem Parkplatz.
Nächtlicher Stopp mit dem Wohnmobil

Wir nutzen nur das französische Bett im hinteren Teil des Wohnmobils: Für uns zwei wohlgenährte Europäer – 1,86 m und 1,60 m lang –  absolut ausreichend. Wir haben ein dünnes und kuscheliges Bettlaken dabei: Wir nehmen beide. Die Matratze vom Bett ist mit einer Art Kunstlederüberzug versehen – das ist nicht wirklich angenehm (von Vermieterseite jedoch verständlich).

Die Toilette ist ein weiterer Minuspunkt: Die ist wahnsinnig hoch. Für mich mit meinen 1,60 m zu hoch! Die Dusche ist jedoch direkt daneben und die ist schon höher – also seitlich geht es auch irgendwie. Wir haben keine Ausstattung mitgebucht, haben alles zum Kochen, Essen, Schlafen selbst dabei. Stühle haben wir nicht gemietet – die sind sowieso ganz einfach und gibt’s bei Walmart tatsächlich billiger zu kaufen als die Leihgebühr. Wir gönnen uns aber ein paar richtig schön bequeme – die sind so toll, die nehmen wir sogar später mit heim. Wir nutzen sie sogar im Wohnmobil abends zum chillen, denn die Sitzgruppe ist nicht so wirklich gemütlich. In der Heckgarage ist aber – Pluspunkt! – sogar ein Tisch dabei. Spoiler: der kam nie zum Einsatz, es gibt an jedem Stellplatz eine eigene Sitzgruppe. In der Heckgarage findet sich auch der Wasserschlauch. Mit diesem kann man den Tank befüllen oder den Citywasseranschluss nutzen. Das heißt, man schließt, wenn die Möglichkeit gegeben ist, direkt den Schlauch am Wasserhahn an und bezieht so das Wasser direkt vom Stellplatz.

Doch nun zu unserer Tour. Wir fahren bis Midland. Erster Stopp: Einkaufen. Wir gehen zu Walmart, einfach weil man dort von Campingstuhl bis Trinkwasserkanister alles bekommt. Zum Trinken und Speisen zubereiten sollte man nicht das Wasser aus dem Tank des Wohnmobils nehmen. Machen wir übrigens auch bei unseren Wohnwagen nicht, obwohl Leitungen und Tank regelmäßig desinfiziert und gereinigt werden. Ich hab’ da übrigens immer ne kleine Pumpe mit integriertem Akku dabei, der per USB geladen wird.

Als weiteres kaufen wir dort noch eine SIM-Karte mit 5 GB Datenvolumen. Der nette Mitarbeiter macht alles für uns – von Registrierung bis Karte einlegen. Mein Mann wohnt laut der Registrierung nun wohl dort. Ist er jetzt einer der ‘People of Walmart’? Googelt mal danach. Küchenrollen, Milch, Butter, Mehl usw. – die Grundausstattung holen wir ebenfalls gut und günstig dort. Noch dazu eine geniale Campingkaffeemaschine und gemahlenen Kaffee – wir dachten erst, löslicher Kaffee tut es schon. Bis wir dieses ‘Gerät’ sahen. Das darf mit! Von zuhause haben wir übrigens einen Campingtoaster für den Gasherd dabei. Da wir vermutlich oft ohne Stromanschluss stehen werden, quasi ein weiteres ‘must-have’ und nimmt nicht viel Platz im Gepäck weg. Den haben wir hier nirgends gesehen. Okay, die Einheimischen haben auch meist einen Generator in ihren RV‘s. Wir nicht.

Walmart hat ebenfalls ein kleines ‘Manko’: Fleisch gibt es z.B. nur in sehr großen Packungen. Für Lebensmittel empfehlen wir in diesem Teil Kanadas daher eher Metro. Das ist kein Großhandel wie in Deutschland, sondern ein recht gut sortierter Supermarkt, den wir hier im Osten auch überall gefunden haben. So geht der erste Tag recht schnell vorbei. In Kanada darf man fast überall auf den Walmart Parkplätzen übernachten. Und das tun wir auch.

Wohnmobil steht auf einem laubbedeckten Platz am Waldrand.
Mitten im Wald – die wilde Natur direkt vor der Tür

Am nächsten Tag wollen wir weiter bis in den Algonquin-Nationalpark. Dort gibt es viele Campingplätze, diese sollte man aber unbedingt vorab buchen! In der Nebensaison und unter der Woche kann das auch noch kurzfristig klappen, aber da sollte man sich nicht drauf verlassen. 

Unser erster Stopp für heute ist ein kleines Freilichtmuseum in Muskoka. Hier fuhr eine kleine Bahnlinie Reisende zur Zeit von Königin Victoria von einem zum nächsten Schiffsanleger, damit sie die vielen Seen dort in der Gegend vom Wasser aus bewundern konnten. Auch damals gab es schon Touris wie uns. Das Freilichtmuseum zeigt, wie man damals hier lebte. Überall wird es ‘lebendig’ und die Angestellten zeigen und erklären zeitgenössisch gekleidet alles, was es zum jeweiligen Gebäude zu Wissen gibt. 

Auf der Weiterfahrt stoppen wir kurz am Besucherzentrum des westlichen Eingangs des Algonquin-Nationalparks. Wer keinen Campingplatz hier gebucht hat, benötigt eine Permit, also quasi eine Eintrittskarte für den Nationalpark. Wer hier campt, der hat diese inklusive. Unser Campground liegt ungefähr in der Mitte des Nationalparks, entlang des Highway 60. Einen Stellplatz mit Abwasser und Stromanschluss haben wir nicht bekommen. Aber eine Sitzgruppe und eine Feuerstelle hat jeder. Weiterer Tipp: Fragt direkt bei Cruise Canada bei der Anmietung nach Feuerholz – die haben meist welches da. Von Vorgängern und kostenfrei. Wussten wir nicht, also kauften wir es beim Eingang zum Campingplatz. Der Stellplatz ist riesig. Auf einer Seite haben wir keine Nachbarn, den auf der anderen Seite sehen und hören wir nicht – obwohl dessen Generator läuft. Wir sind idyllisch am See im Wald.

Unsere Camper-Vorschläge

Wir stehen hier zwei Nächte. Direkt gegenüber vom Campingplatz beginnen zwei Trails, zwei Wanderwege. Wir machten den Batlake Trail, der längere der beiden. Wäsche waschen kann man auf unserem Campground am Mew-Lake auch. Man sollte jedoch ‘Lunies’ (ein CAD) und Quartermünzen (25 Cent) besitzen. ‘Toonies’ (zwei CAD) nimmt das Ding nicht. Eine Ladung Wäsche waschen kostet 2,50 CAD, ebenso eine Runde im Trockner. Auf dem Platz gibt es natürlich auch ein Sanitärgebäude mit warmen Duschen.

Nach zwei sternenklaren, kalten Nächten – in denen wir die zuverlässige Heizung zu lieben lernten – geht es wieder in die Zivilisation. Nächster Stopp ist die Hauptstadt Kanadas – Ottawa. Hier haben wir über Harvest Hosts, vergleichbar mit dem deutschen ‘Landvergnügen’ einen Platz außerhalb (ca 30 Kilometer) auf einer Blumenfarm für zwei Nächte gebucht. Wir kommen abends an und tun erstmal nichts. Da wir tunlichst nicht mit dem Camper in die Stadt fahren wollen – zum eine sind Parkplätze in den Städten generell eher teuer und zum anderen sind wir einfach ‘groß’, nutzen wir am nächsten Morgen Uber. Da wir außerhalb sind, habe ich einfach am Abend für den nächsten Morgen um 9:30 Uhr vorbestellt. Das klappt wie am Schnürchen. 

Besucher stehen auf dem sonnigen Platz vor der Kirche Notre-Dame.
Blick auf die Fassade der Kirche Notre Dame in Montréal

Wir steigen am War Memorial aus – unweit des Parlamentes und gleichzeitig fahren hier auch die HoHo-Busse ab. Es ist kurz vor zehn Uhr. Um zehn Uhr ist hier eine kleine Wachablösung. Die sehen wir an. Dann bestaunen wir den Hogwarts-Charme der Parlamentsgebäude. Gerne möchten wir diese auch von innen besichtigen. Solche Führungen gibt es jedoch nur nachmittags. Aber wir haben Glück. Es ist gerade eine Parlamentsdebatte und der dürfen wir beiwohnen. Allerdings natürlich mit Sicherheitscheck. Handy / Smartwatch-Jacken / Taschen muss man auch alles abgeben. Nach diesem spannenden Punkt laufen wir entlang des Flusses Ottawa zurück bis zu den sieben Schleusen, überqueren diese und gehen zur Münze. Hier wird auch der berühmte goldene Maple Leaf geprägt. Die Führungen sind schon ausgebucht (Merke: Vorher online buchen!) und so bleibt uns nur ein Blick in den Souvenirshop.

Danach besichtigen wir die – vor allem auch innen – sehr sehenswerte Kirche Notre Dame ganz in der Nähe. Es gibt leckere Beavertails im Amüsierviertel rund um den ByWard Market. Zurück geht’s natürlich wieder per Uber. Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang an. Bank und Tisch gibt es auch hier wieder. 

Ein ungewöhnlicher Kürbis und Spukbaum.
Halloween-Deko in Montréal

Nach einer ruhigen Nacht mit Wolfsgeheul gegen drei Uhr führt uns der Weg am nächsten Tag in Richtung Montréal. Auf der Fahrt sehen wir Schilder ‘Pumpkin Inferno’. Müssen wir gucken! Nur leider öffnet das Upper Canada Village wegen dieses Halloween-Events erst in der Dunkelheit ab 19 Uhr. Schade.

Also weiter – nach ‘Mon Real’ wie die frankophilen Kanadier diese Stadt nennen. Man erwartet hier, dass man zumindest versucht, französisch zu sprechen. Aber wenn man sich redlich bemüht, wird man mit Englisch belohnt. Spricht aber tatsächlich nicht jeder. Im riesengroßen Québec ist das nunmal so!

Auch hier habe ich vorreserviert. Den Campingplatz habe ich über die App ‘iOverlander’ gefunden. Diese ist ein unverzichtbares Must Have für Nordamerikaner. Mit der App findet man auch Entsorgungsstellen, Orte, wo man Frischwasser zapfen kann, oder Betriebe, bei denen das Propan aufgefüllt werden kann. Ebenso Campingplätze, Stellplätze oder Orte, an denen Wildcampen möglich ist. Unser Campingplatz ist auf der anderen Seite des St. Lorenz-Stroms und gehört zur Marina von Longueuil – das ist der Name des Ortes auf der anderen Seite des Flusses. Von früh um 9:30 Uhr bis abends um 20:30 Uhr fährt jede Stunde eine Fähre rüber nach Montréal.

Fähre rüber nach Montréal.
Fähre rüber nach Montréal

Von dort zurück immer zur vollen Stunde. Kosten: 6 CAD pro Person und Strecke. Mit toller Aussicht! Auch hier bleiben wir wieder zwei Tage. Prinzipiell gibt es auch WC und Dusche. Das ist jedoch im Gebäude der Capitainerie und schon wirklich weit weg. Mindestens 10 Minuten Fußmarsch. Auf dem Platz gibt es aber auch Entsorgung für Schwarz- und Grauwasser und die Möglichkeit, Frischwasser aufzufüllen.

Von Montréal geht es weiter zu unserem am weitesten von Toronto entfernten Ziel: Québec City. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, welches die größte in Kanada ist. Größer sind nur die Northwest Territories, aber die sind nunmal keine Provinz mit eigener Regierung, ähnlich unseren Bundesländern. Hier fühlt sich alles sehr europäisch an. Um genau zu sein: Französisch! Es gibt sogar tolles Baguette. Nicht nur dieses labbrige Toastbrot. Überhaupt ist das Essen in Kanada günstiger und europäischer in der Auswahl! Wir parken an einem großen Einkaufszentrum und nutzen wieder einmal Uber. Wir lassen uns bis zum Fort ganz oben fahren. Vorteil: Wir müssen nur bergab schlendern, um die Altstadt zu erkunden. Wir bekommen sogar eine gratis Aufführung einer ansässigen Zirkusschule mit deren Schülern aus dem zweiten Jahr zu sehen. Alles wirkt sehr europäisch-französisch. Die Schlittenbahn am Château de Frontignac wird auch bereits aufgebaut. Eine bezaubernde Stadt!

Das Wohnmobil steht am Straßenrand, direkt an der Küste.
Mit dem Wohnmobil an der Küste unterwegs

Zurück zum RV geht’s wieder für kleines Geld per Uber. Unser Übernachtungsplatz liegt etwas außerhalb, empfohlen von ‘iOverlander’. Am nächsten Morgen fahren wir noch zu den Montmorency-Wasserfällen, bevor wir schweren Herzens den Rückweg antreten. Wir entscheiden uns, soweit möglich die großen  Highways zu meiden. Wir wollen so viel wie möglich von diesem tollen Land sehen. Tanken müssen wir auch mal (wieder) –  wir sind nicht ganz leer – bei 170 Litern ist Schluss. Autsch. Hier kostet es 1,479 CAD. Rund um Toronto war es mit unter 1.30 CAD deutlich billiger. Unser Trost jedoch: es sind Kanadische Dollar, also ungefähr mal 0,62, um in Euro umzurechnen. Wir schlafen diesmal irgendwo im Nirgendwo, als es dunkel wird. Wir sind aber auch erst gegen 14 Uhr an den Wasserfällen gestartet.

Am nächsten Morgen geht es weiter westwärts. Wieder über kleinere Straßen. Dichte, bunte Wälder, Flüsse, Seen: Kanada wie aus dem Bilderbuch.

Ein sonniger Herbsttag an einem kanadischen See.
Ein sonniger Herbsttag in Kanada

Eines fehlt mir jedoch: Ich habe keinen einzigen Elch gesehen. Mein Lieblingstier. Aber: Der Zufall kommt zur Hilfe. Wir sehen Hinweisschilder zum Omega-Park. Nie gehört, aber sie scheinen dort diverse heimische Tiere zu haben. Das ganze entpuppt sich als Safaripark mit fast ausschließlich Tieren des nordamerikanischen Kontinents: Diverse Reh- / Hirscharten, Wildschweine, Wapitis, Silberfüchse, Otter, Kanadagänse, Bären, Wölfe, Bisons, Präriehunde, Wolverins (kannte ich bis dato nicht mal, eigentlich ein riesiger Marder mit unglaublicher Beißkraft) und: Meine geliebten Elche!

Ein brauner Elch im hohen, gelben Gras.
Elch im Omega-Park

Der Eintritt beträgt umgerechnet etwas über 35 EUR / Person. Man fährt mit dem eigenen Auto.

Bringt Möhren mit.
Tipp

Wir schaffen es bis kurz hinter Ottawa, wieder mal ein Stellplatztipp von ‘iOverlander’.
Am nächsten Morgen sind wir schon wehmütig. Der letzte komplette Tag im Wohnmobil. Wir wollen bis kurz vor Toronto kommen, um morgen in Ruhe alles für die Abgabe vorzubereiten.  

Unser erster (früher) Stopp ist bei den 1000 Islands. Da es mit dem (recht günstigen) Helikopterflug nicht geklappt hat, erklimmen wir per Fahrstuhl einen alten Aussichtsturm aus dem Jahr 1965 und lassen uns von der Landschaft bezaubern. Dabei sind wir nur wenige Meter von den USA entfernt. Wir fahren weiter am Wasser entlang. Per Fähre setzen wir auf die Prinz Edward-Halbinsel über (kostet nichts bis 18 Tonnen) und fahren immer weiter bis Cobourg.

Rettungsschwimmerhütte und Reifenspuren im Sand.
Strandtag am Ontariosee

Hier fühlt es sich am Strand des Ontariosees fast ein bisschen an wie in Florida. Weisser feiner Sand, breiter Strand, Rettungsschwimmertürme und blaues glitzerndes Wasser bis zum Horizont. Doch leider müssen wir weiter.

In einem Vorort von Toronto finden wir unseren Schlafplatz – ja wieder über ‘iOverlander’ – direkt am See. Es ist schon dunkel, als wir ankommen. 

Das Wasser des Sees spiegelt den Himmel in Rosa- und Goldtönen, während über dem stillen Wald die Sonne aufgeht.
Ein rosaroter Sonnenaufgang

Als wir aufwachen, haben wir eine grandiosen Sonnenaufgang. Wir genießen diesen einfach zu zweit. Dann packen wir alles und der nächste Stopp ist die nahegelegene Kläranlage, die auch RV‘s ermöglicht, ihr Schmutzwasser zu entsorgen. Danach geht’s zu einer ebenfalls nahegelegenen Waschstraße, bei der man auch Gas auftanken kann. (Stellplatz, Dumping und Gas: Alles wieder ‘iOverlander’). Dann stauen wir uns eine Runde durch Toronto zum Pearson Airport, wo wir das letzte Auto für die verbleibenden Stunden abholen.

Ich warte mit dem RV auf dem Cellphone-Waiting Platz. Solange man am Fahrzeug ist, steht man hier völlig kostenfrei. Michi nutzt den nahe gelegenen ‘People Mover’, eine Hochbahn, die wie in Frankfurt die Terminals verbindet und holt am Terminal 1 das Auto ab. Wir laden um und abgabefertig geht’s die letzten 30 km zu Cruise Canada.

Dort ist man überrascht, dass wir sogar das Gas aufgefüllt haben. Bei Abholung hinterlegt man jeweils ca. 44 CAD inkl. Steuer zusätzlich zur Kaution, falls man Gas nicht auffüllt oder das Schmutzwasser nicht leert. Haben wir ja aber beides erledigt – so bekommen wir alles wieder.

Unsere noch gut brauchbaren ‘Reste’ (Küchenrollen, einen elektrischen Toaster – der bei Abfahrt von uns hier mitgenommen wurde – Öl, Trockenvorräte wie Nudeln) haben wir vorher bereits zusammengepackt. Heute sind sehr viele WoMos von hauptsächlich deutschen Urlaubern zurückgekommen. Dementsprechend gut gefüllt ist der Gabentisch’. Hier darf sich jeder nehmen, was er brauchen kann (und muss das schonmal nicht kaufen). So erfahren wir auch vom Holzvorrat. Die Abnahme erfolgt routiniert und professionell. Wir informieren über die kleinen Mängel. Das wird vermerkt und ins Fahrzeug gehängt. Hat alles top geklappt und nun bleiben wir noch eine Nacht in der größten Stadt Kanadas – inklusive Umland leben über 8 Mio Menschen aus 140 Ländern hier.

Reisepaar küsst sich am Ufer eines Sees.
Und das sind wir

Ein echter Traumurlaub geht zu Ende.

Familie Graessler, Oktober 2025

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