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14 Tage Freiheit und Natur pur – Ein Roadtrip durch Ostkanada im Wohnmobil
@René I.
Schon lange hatten wir davon geträumt, mit dem Wohnmobil durch Kanadas wilde Natur zu reisen. Im Herbst war es endlich soweit: Zwei Wochen voller Abenteuer, Freiheit und atemberaubender Landschaften lagen vor uns.
Unsere Route führte uns zu den mächtigen Niagarafällen, durch die endlosen Wälder Ontarios bis hin zur rauen Schönheit der Bruce Peninsula. Mit dabei: unser treues Wohnmobil, das uns nicht nur transportierte, sondern auch Schlafplatz, Küche und Rückzugsort zugleich war.
Tag 1–2: Start bei den Niagarafällen – Naturgewalt und Farbenpracht
Unsere Reise begann spektakulär: Die Niagarafälle, eines der Naturwunder Nordamerikas, zeigten sich gleich am ersten Tag in voller Kraft. Schon tagsüber war der Anblick der Wassermassen, die donnernd in die Tiefe stürzen, schlichtweg beeindruckend. Doch das wahre Highlight kam mit Einbruch der Dunkelheit: Die nächtliche Illumination tauchte die Fälle in bunte Farben – ein fast magischer Anblick. Es lohnt sich wirklich, diesen Ort sowohl bei Tag als auch bei Nacht zu erleben.
Abends, zurück am Wohnmobilstellplatz, genossen wir unser erstes Lagerfeuer. Das Knistern des Holzes, die klare Herbstluft und der Geruch von gegrilltem Gemüse und Maiskolben – ein perfekter Auftakt für unser Abenteuer.
Tag 3–6: Killarney Provincial Park – Wandern in einer Postkartenlandschaft
Nach dem Trubel der Niagarafälle zog es uns weiter nördlich in den Killarney Provincial Park, eine der landschaftlich eindrucksvollsten Regionen unserer Reise. Bereits die Anfahrt durch die herbstlich verfärbten Wälder war ein Erlebnis für sich. Unser Campingplatz lag direkt an einem ruhigen See, umgeben von Kiefernwäldern und weißen Granitfelsen.
Der Park ist ein Paradies für Wanderfreunde – und wir wollten natürlich den berühmtesten Trail nicht auslassen: The Crack. Der Weg war anspruchsvoll, teils steinig und steil, aber jeder Schritt lohnte sich. Oben angekommen, eröffnete sich ein weiter Blick über die roten und goldenen Wälder des Parks – vielleicht einer der schönsten Ausblicke unseres Lebens. Es war einer dieser Momente, in denen man die Kamera eigentlich weglegt, um einfach nur zu staunen.
@René I.
Aussicht über die rot-goldenen Wälder des Killarney Provincial Park
Abends kochten wir auf dem Lagerfeuer und ließen die Tage entspannt ausklingen. Die Abgeschiedenheit, die klare Luft und das Rauschen der Natur machten den Killarney Provincial zu unserem persönlichen Highlight unter den Naturerlebnissen.
Tag 7–10: Algonquin Provincial Park – Farbenrausch im Indian Summer
Als wir in den Algonquin Provincial Park weiterzogen, zeigte sich der kanadische Herbst von seiner allerschönsten Seite. Die dichten Mischwälder des Parks leuchteten in allen erdenklichen Rot-, Orange- und Gelbtönen – Indian Summer in seiner reinsten Form. Kein Filter, keine Bildbearbeitung kann diese Farbexplosion wirklich einfangen.
Im Algonquin verbrachten wir viel Zeit mit kleineren Wanderungen und Paddeltouren auf den stillen Seen. Obwohl der Park sehr beliebt ist, fanden wir durch unser Wohnmobil stets kleine, ruhige Plätze abseits der Hauptwege.
@René I.
Ausblick auf einen stillen See im Algonquin Provincial Park
Auch hier wurden die Abende am Lagerfeuer zum festen Ritual. Es war diese Mischung aus Naturverbundenheit, Selbstbestimmung und Einfachheit, die uns immer wieder aufs Neue begeisterte. In der Natur zu kochen, abends in die Stille zu lauschen und unter tausenden Sternen einzuschlafen – das war Luxus in seiner ursprünglichsten Form.
Tag 11–14: Bruce-Peninsula-Nationalpark – Kanadas türkisblaues Geheimnis
Unsere letzte Station war der Bruce-Peninsula-Nationalpark, nördlich des Lake Huron gelegen. Wieder überraschte uns Kanada mit einer ganz anderen Landschaft: raue Felsküsten, kristallklare, türkisblau leuchtende Buchten und mystische Höhlen. Der Park wirkte fast mediterran – hätte man uns mitten in der Grotto-Bucht abgesetzt, wir hätten schwören können, wir seien irgendwo am Mittelmeer.
Wir wanderten entlang der steilen Klippen und genossen noch einmal ausgiebig die Freiheit, unseren Tagesablauf komplett selbst zu gestalten. Kein Hotel-Check-in, kein Zeitdruck.
Flexibel unterwegs
Der Abschied fiel uns nicht leicht. Zu sehr hatten wir uns an das Leben draußen, die Nähe zur Natur und das Unterwegssein gewöhnt. Der Gedanke, wieder an einen festen Ort zurückzukehren, schien uns fast fremd. Doch genau das macht die Magie eines Roadtrips aus: Man nimmt sich eine Zeit lang aus dem Alltag heraus und findet zurück zu den einfachen, aber wichtigen Dingen.
Unser Fazit:
Dieser zweiwöchige Roadtrip durch den Osten Kanadas war weit mehr als nur eine Reise. Es war eine Erfahrung, die uns geerdet hat, uns beeindruckt und inspiriert hat. Die Mischung aus beeindruckenden Naturwundern wie den Niagarafällen, einsamen Wanderwegen im Killarney Park, farbenfrohen Wäldern im Algonquin und dem rau-romantischen Charme der Bruce Peninsula war genau richtig.
Am meisten schätzten wir:
Die Unabhängigkeit, die uns das Wohnmobil bot.
Die Nähe zur Natur – sei es beim Wandern, beim Paddeln oder einfach nur beim Draußensitzen.
Die Abende am Lagerfeuer – Kochen, Geschichten erzählen, in den Sternenhimmel schauen.
Und natürlich: die Vielfalt Kanadas – von donnernden Wasserfällen bis zu stillen Seen, von Felslandschaften bis zu dichten Wäldern.
@René I.
Der dichte kanadische Wald
Für alle, die die Natur lieben, auf Komfort nicht völlig verzichten wollen und sich nach Freiheit sehnen, ist ein Roadtrip mit dem Wohnmobil durch Ostkanada absolut empfehlenswert. Wir jedenfalls träumen schon vom nächsten Abenteuer auf vier Rädern – vielleicht dann durch den Westen?