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Unsere Camper-Tour von Vancouver nach Whitehorse, quer durch British Columbia bis in den Yukon, mit Abstechern nach Alaska im Mai 2025: Nach zwei Tagen im quirligen Vancouver, wo wir vorab ein Zimmer in einem Hotel in Downtown gebucht hatten, freuten wir uns nun auf ruhigere Zeiten in der gewaltigen Natur Nordamerikas.
Vancouver ist im Übrigen eine unglaublich schöne, lebendige und saubere Stadt, in der es viel zu entdecken gibt. Besonders Granville Island mit seiner Markthalle, den vielen Food-Ständen und einem tollen Blick auf die Skyline hat uns extrem gut gefallen. Eine Fahrt mit einem der dortigen Boote lohnt sich auf jeden Fall und ist dazu auch noch sehr günstig und eine gute Möglichkeit, die Stadt von der Wasserseite zu betrachten.
Der Start in unser WoMo-Abenteuer verlief, auch dank des kostenlosen Shuttle-Service, absolut reibungslos, alles war extrem gut organisiert. Fraserway hatte schon alles für uns vorbereitet, sogar die Betten waren bezogen. Nach einer kurzen Einweisung konnten wir starten. Wir waren aufgeregt, was uns in den 19 nun vor uns liegenden Tagen erwarten würde.
Unser erster Weg führte uns in einen Supermarkt. In Stadtnähe gibt es eine große Auswahl und auch die Preise sind niedriger als im extrem dünn besiedelten Norden oder gar in Alaska. Insgesamt ist das Preisniveau für Lebensmittel aber etwa mit dem in Deutschland vergleichbar. Spirituosen sucht man im Supermarkt übrigens vergeblich, für das abendliche Bierchen oder Gläschen Wein am eigenen Lagerfeuer muss ein sogenannter Liquor-Store aufgesucht werden.
Da der Flug lang ist, bietet er die ideale Gelegenheit, den Einkaufszettel zu erstellen. Neben Lebensmitteln darf das Folgende auf keinen Fall fehlen: Toilettenpapier, Reinigungsmittel , Anzünder fürs Lagerfeuer, je nach Jahreszeit Mückenschutz, Bärenspray und natürlich Marshmallows!
Wir verließen nun also die Stadt in Richtung Norden und waren von unserem Truck-Camper begeistert. Für 2 Personen das ideale Fahrzeug; mit ausreichend Platz und Stauraum für die überwiegend wärmere Kleidung und die umfangreichen Lebensmittelvorräte. Der erste Stopp führte uns über eine wunderschöne Strecke nach Whistler, ein wirklich nettes und gemütliches Städtchen mit Fußgängerzone, kleinen Läden und Geschäften; Ideal für den Start der Reise.
Der Campingplatz in Whistler (‘Riverside RV Resort & Campground’) war wirklich sehr schön und wie (fast) jeder Stellplatz auf unserer Route, mit eigener Feuerstelle und einer Holzgarnitur mit Tisch und Bänken ausgestattet. Schnell wurden ein paar Scheite Holz gehackt und kurz darauf prasselte ein gemütliches und wärmendes Feuer. Dann noch kurzerhand Marshmallows auf einen Ast gespießt – gegrillt schmecken die einfach himmlisch. Das machten wir zu unserem allabendlichen Ritual.
Die Tour führte uns dann über diverse Stationen, wie Williams Lake, Prince George und Kitwanga nach Stewart und letztlich Hyder in Alaska. Hyder, muss man ehrlich sagen ist schon sehr speziell; eigentlich fast eine Geisterstadt, die nur zur Lachssaison im Sommer zu Leben erwacht, wenn dort zahlreiche Touristen einfallen, um den Bären beim Fischen zuzusehen. Der Abstecher dorthin hat sich aber dennoch gelohnt, denn auf dem Weg haben wir, neben beeindruckender Natur nicht nur den Bear Glacier sondern auch drei junge Grizzlies, direkt an der Meziadin Junction gesehen.
Übernachtet haben wir vielfach auf staatlichen Campingplätzen, die zumeist wunderschön, direkt an einem See oder Fluss gelegen sind und um 20 CAD / Nacht kosten. Das Holz fürs Lagerfeuer gab es dort fast immer kostenlos. Allerdings muss man auf ein paar Annehmlichkeiten wie Strom, fließendes Wasser oder Spültoiletten und Duschen verzichten. Da die WoMos aber gut ausgestattet sind, ist all das kein Thema. Die Tour führte uns weiter in den hohen Norden, erst einmal zurück nach British Columbia an den Watson Lake und zum ‘Sign Post Forest’ am Watson Lake, nicht aber ohne vorher Jade City einen Besuch abzustatten und dort ein Andenken aus Jade zu erstehen. Allein für die Fahrten durch endlose Wälder und unendliche Weiten hat sich die Reise gelohnt. Wer seine Ferien in beeindruckender Natur mit schneebedeckten Bergen, Gewässern in schillernden Grün- und Blautönen, vereisten Seen und vielen unterschiedlichen Tieren verbringen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten!
Neben Grizzlies haben wir Schwarzbären, Caribous, Adler, Biber, Rehe und sogar ein Stachelschwein gesehen. Nur Elche haben sich leider nicht blicken lassen, aber das sind wir aus Urlauben in Skandinavien und den Neuenglandstaaten schon gewohnt; Die scheinen uns irgendwie zu meiden.
Weiter ging es gen Norden. Die Temperaturen wurden erwartungsgemäß kühler – tagsüber ca. 12 Grad -, aber wir hatten Glück und fast während der gesamten Reise trockenes Frühlingswetter. Das nächste Ziel hieß Tagish, dieser kleine Ort liegt bereits im Yukon, am gleichnamigen River. Der Campingplatz ‘Six Mile River Resort’ war einfach perfekt; Direkt am Fluss gelegen, sauberes Sanitär und zu unserem großen Glück mit einem Restaurant, das wirklich hervorragendes und frisches Essen anbietet.
Dort hatten wir zwar keine Feuerstelle für uns allein, aber es gab eine, die von allen Gästen genutzt werden konnte. Tatsächlich war das ein ganz besonderer und fast unser schönster Abend. Wir haben mit Alt und Jung aus den USA, Kanada und Europa zusammen gesessen, geklönt, gelacht und zum Abschluss noch gemeinsam Marshmallows gegrillt. Dabei haben wir gelernt, dass die Dinger noch besser schmecken, wenn man diese warm und weich zwischen zwei Schokokekse presst.
Am darauffolgenden Tag besuchten wir Carcross, einen interessanten Ort mit viel Geschichte, ein paar kleinen Läden und einem außergewöhnlichen General Store, den man unbedingt besuchen muss. Besonders bekannt ist Carcross wegen seiner wundersamen Wüste, der Carcross Desert, mit zahlreichen Sanddünen, inmitten der sonst eher üppigen Vegetation dieses Teils der Erde. Der Tag war ereignisreich und voller neuer Eindrücke; so fielen wir abends todmüde ins Bett.
Die atemberaubende Suspension Bridge
Der nächste Morgen führte uns über den White Pass zur Yukon Suspension Bridge, die man auf gar keinen Fall auslassen sollte. Die Brücke an sich ist bereits ein Highlight, wird aber dennoch getoppt von der Schönheit der Natur, die sie umgibt. Hier verbrachten wir ein paar Stunden bei grandiosem Ausblick.
Der Weg führte uns weiter, abermals über die Grenze nach Alaska. Skagway hieß das Ziel. Nach Tagen fast jenseits jeglicher Zivilisation eine ziemliche Umstellung. Besteht der ganze Ort doch fast ausschließlich aus Souvenirläden, Restaurants und Cafés für die zahlreichen täglich anlandenden Kreuzfahrttouristen. Nichtsdestotrotz haben wir uns von dem ‘shop till you drop’ ein wenig anstecken lassen und hatten tatsächlich auch viel Spaß dabei.
Wir haben in Skagway zwei Tage verbracht, bevor wir die Autofähre nach Haines genommen haben, die wir bereits im Vorwege in Deutschland gebucht hatten. Nach Tagen mit Jubel, Trubel, Heiterkeit, freuten wir uns wieder auf die Ruhe in den Weiten Yukons und Alaskas. Die einstündige Schiffspassage durch das Bergpanorama war einfach toll.
Unser Stellplatz für die Nacht war in Haines direkt am Wasser gelegen, der Blick einfach traumhaft. Allerdings war dieser mit 75 USD auch der teuerste Platz auf der gesamten Reise, aber definitiv jeden Cent wert. Direkt nebenan ein Restaurant, in dem frischer Fisch und andere Leckereien serviert wurden. Es passte einfach alles. Hier haben wir dann auch die ersten Seeadler gesehen; gigantische, anmutige Flugkünstler, mit einer ebenso gigantischen Spannweite.
Weiter ging die Fahrt am darauffolgenden Tag zurück nach Kanada, zurück in den Yukon. Das Ziel hieß Haines Junction mit dem vermutlich schönsten Campingplatz unserer Tour, dem ‘Pine Lake Campground’, inmitten unberührter Natur. Wir genossen den Abend am Feuer und schlossen den Tag glücklich und zufrieden mit unserem Marshmallow-Ritual ab.
Das letzte Ziel und der Endpunkt einer erlebnisreichen und eindrucksvollen 20-tägigen Reise und einer gefahrenen Strecke von 3.700 km hieß Whitehorse. Eine nette ruhige Stadt, in der man am Yukon River entlang spazieren, den Miles Canyon besuchen, zum Abschluss noch ein wenig shoppen oder in kleinen urigen Restaurants typisch kanadisch Essen gehen kann. Für die letzte Nacht hatten wir dann ein Hotelzimmer gebucht, da der Rückflug bereits um 5:00 Uhr morgens startete und wir das WoMo daher bereits einen Tag früher zurückgeben mussten.
Mit unserem treuen Gefährt durch die vielfältigen Landschaften Kanadas
Der Camper ist uns in den drei Wochen direkt ans Herz gewachsen und wir haben uns bei der Rückgabe wirklich schwer getan. Am liebsten wären wir sofort wieder gestartet. Nächstes Ziel vielleicht: Atlantik-Kanada – Nova Scotia ), Neufundland, Labrador oder vielleicht sogar Neuseeland?
Ach ja, zu guter Letzt noch ein wirklich guter und wertvoller Tipp: Fast jeder noch so kleine Ort verfügt über ein Visitor Center. Bessere und aktuellere Infos und Karten über die Region sind nirgends erhältlich und das Personal ist äußerst freundlich und hilfsbereit! Dazu kommt, dass dort fast überall freies WLan zur Verfügung steht.
Meine extra in Deutschland für die Kanada-Tour erworbene E-Simkarte hat uns nämlich leider so gar nicht nach vorn gebracht, denn je nördlicher wir fuhren und je einsamer es wurde, desto weniger konnten wir diese nutzen, so hatten wir die meiste Zeit tatsächlich keinen Empfang unterwegs, aber das war auch mal ganz angenehm.