Robben Island

„Hier ist die Insel! Hier werdet ihr sterben!” Es war ein eiskalter Winter im Jahr 1964, als Nelson Mandela so auf Robben Island empfangen wurde.

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Eine Gefängnisinsel, ähnlich berüchtigt wie die Teufelsinsel („Papillon“) und Alcatraz. Zwölf Kilometer liegt Robben Island vor Kapstadt, bot seinen Häftlingen keine Chance zur Flucht. Heute ist die Haftanstalt Museum und Gedenkstätte.

Sträflingsinsel seit dem 16. Jahrhundert

Seit dem 16. Jahrhundert diente das kleine Eiland mit seinen 500 Hektar Fläche als Sträflingskolonie – zunächst für die Holländer, dann für die Engländer. Keinem Häftling gelang jemals die Flucht. Nur wenige hatten es überhaupt versucht, sie alle fielen der starken Strömung zum Opfer und ertranken. 

Ob Kriminelle, Lepra-Kranke oder psychisch Gestörte. Alles, was in der Gesellschaft nicht erwünscht war, wurde nach Robben Island abgeschoben. Das rassistische Apartheidregime Südafrikas führte diese Praxis nahtlos fort, ab 1961 war die Insel ein Gefängnis für politische Gegner. Bis 1991 landeten hier etwa 3.000 Männer, die gegen die Unrechtsherrschaft gekämpft hatten, und fristeten ihr Dasein unter schlimmsten Bedingungen. Darunter auch Nelson Mandela (1918 – 2013), später der erste schwarze Präsident Südafrikas.

Mandela: 18 Jahre auf Robben Island

Mandela wurde im Oktober 1963 im sogenannten Rivonia-Prozess angeklagt; benannt nach dem Johannesburger Vorort Rivonia, in dem südafrikanische Behörden im Juni 1963 ein geheimes Hauptquartier des African National Congress (ANC) durchsucht hatten.

Die Vorwürfe gegen Mandela: Sabotage, Verschwörung und Hochverrat. Zur Zeit des Rivonia-Prozesses saß Mandela eine andere Haftstrafe von fünf Jahren ab. Unter anderem, weil er zum Streik aufgerufen hatte. Im Juni 1964 folgte der Rivonia-Urteilsspruch gegen Mandela und andere ANC-Führer: lebenslange Haft – wegen „Terror, kommunistischer Aktivitäten und des Versuchs, die Regierung zu stürzen“.
Die Zeit auf Robben Island dokumentierte Mandela eindrucksvoll in seinen Memoiren „Der lange Weg zur Freiheit“. Heute ist die fünf Quadratmeter große Zelle Nummer fünf, in der Mandela als Häftling 466/64 von 1964 bis 1982 für 18 Jahre einsaß, die größte Touristenattraktion einer Robben-Island-Tour. Endgültig freigelassen wurde Mandela erst im Jahr 1990 nach weiteren acht Jahren im Hochsicherheitsgefängnis in Pollsmoor bei Kapstadt.

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Heute ist Robben Island Unesco-Weltkulturerbe

Die letzten 300 Gefangenen konnten im Dezember 1996 Robben Island verlassen – zwei Jahre nach dem Ende der Apartheid. 1997 wurde das Eiland zur nationalen Gedenkstätte erklärt, 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Im Stundentakt fahren die Katamarane und Fähren von Kapstadt zur Insel. Im Robben Island Museum tauchen tagtäglich die Besucher in dieses dunkle Kapitel der Geschichte Südafrikas ein. Ihre Führer sind häufig frühere Gefangene. Wer das Gefängnis betritt, sieht immer noch das Wappen der Wärter: „Wir dienen mit Stolz“ steht da auf Englisch und Afrikaans. Eine Erinnerung an ein unmenschliches Regime.

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