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17.12.2026 - 31.12.2026
2 Reisende
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Westkanada statt Uni

Ein Wohnmobil-Reisebericht

Blick auf den Emerald Lake mit verschneiten Bergen im Hintergrund im Yoho-Nationalpark in Westkanada.
Emerald Lake im Yoho-Nationalpark

Nach einigen anstrengenden Jahren an der Uni stand für mich und eine Freundin fest, dass wir einen Urlaub brauchten. Und zwar nicht nur einen Urlaub, nein, es sollte etwas ganz Besonderes sein. Ein Abenteuer. Schnell entschieden wir uns, dass es nach Kanada gehen soll; Genauer gesagt in den Westen des Landes. Wie aber das Land bereisen?

Sofort war uns klar: Ein Wohnmobil muss her! Gesagt, getan. In Kanada angekommen, erhielten wir eine kurze, aber präzise Einführung in unseren kleinen Camper. Ab dann waren wir auf uns allein gestellt. Zwei junge Mädels – noch nie ein Wohnmobil gefahren. Uiuiui. Aber schnell stellte sich heraus, dass das nicht so schlimm wie anfangs gedacht war. Das Wohnmobil fuhr sich einfach und die Straßen waren breit. Als erstes ging es auf direktem Wege in die Rocky Mountains, wo wir am Campingplatz von Rehen und Präriehunden begrüßt wurden. Auf dem Weg in die Berge erspähten wir sogar einen Elch. Bereits die ersten Wanderungen waren traumhaft und übertrafen unsere Erwartungen. Man fühlte sich, als wäre man in einer ‘Gerolsteiner’-Werbung.

Blick auf die Numa Falls mit verschneiten Bergen im Hintergrund in Westkanada.
Numa Falls

Empfehlenswert ist zum Beispiel der Marble Canyon und ein kurzer Stopp bei den Numa Falls. Zwischen dem Yoho-Nationalpark und dem Glacier-Nationalpark standen wir auf dem besten Campingplatz überhaupt! Und das auch noch kostenlos. Nach dem Prinzip ‘Wer zuerst kommt, mahlt zuerst’ werden die Plätze auf dem ‘Waitabit Creek Campground’ verteilt. Wenn man Glück hat, steht man dafür aber direkt am Wasser. Das Fenster sah dadurch aus, als hätte man ein Gemälde an der Wand.

Im Yoho-Nationalpark hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Wir umrundeten den Emerald Lake, einen türkisfarbenen Gebirgssee. Absolute 10/10! Da wir mit Anfang Mai noch in der Vorsaison waren, waren auch zum Glück noch nicht so viele Touristen da. An den Abenden wollten wir es uns dann richtig gemütlich machen und kamen auf die Idee, Marshmallows über dem Lagerfeuer zu grillen. Am Anfang, als wir das Wohnmobil abgeholt hatten, fragten wir uns noch: ‘Welche Menschen brauchen denn eine Axt im Wohnmobil?’ – Spoiler: Wir. Auch uns ‘Nicht-Pfadfindern’ ist dank der Axt ein gutes Feuer gelungen.

Sonniger Tag am Wasser mit Blick auf Vancouver in Westkanada.
Vancouver

Als nächstes ging es ab nach Vancouver. Aus der Natur raus und rein ins Großstadtleben. Wir standen auf dem ‘Capilano River RV Park’, auf dem wir dank CU | Camper sogar Rabatt erhalten haben. Ab hier sind wir mit dem Uber in die Stadt gefahren, wodurch wir einfach unglaublich flexibel waren. Besonders empfehlenswert ist eine Wanderung durch den Stanley Park zu den Totem Poles, weil man von hier einen wunderschönen Blick auf die Skyline hat.

Von Vancouver aus ging es mit der Fähre nach Vancouver Island. Hier hatten wir den teuersten Campingplatz unserer Reise. Ausgezahlt hat sich das jedoch allemal: Täglich wurden wir auf dem ‘Salish Seaside RV Haven’ von einer Otterfamilie besucht und wir konnten unseren morgendlichen Kaffee mit Blick auf Victoria genießen. Außerdem konnten wir hier nach der Hälfte unserer Reise Wäsche waschen und trocknen. Von Victoria aus haben wir eine Whale Watching-Tour mit einem Zodiac-Boot gemacht und hatten das Glück, Buckelwale zu sehen.

Unsere Camper-Vorschläge

Atemberaubende Wasserfälle in der bergigen Landschaft des Wells Gray Provincial Park in Westkanada.
Wells Gray Provincial Park

Nach ein paar Tagen gings zurück nach Vancouver und über Whistler zurück in die Berge. Eigentlich eher als Zwischenstopp eingeplant war der Wells Gray Provincial Park. Dieser hat sich jedoch für uns als ein Highlight der Reise entpuppt. Wir haben verschiedene Wasserfälle angeschaut, darunter den Triple Decker, Moul und Dawson-Wasserfall. Am schönsten war jedoch der Helmcken-Wasserfall, der vierthöchste Wasserfall Kanadas!

Entspannen am Wasser mit Blick auf die dichten Wälder und verschneiten Berge im Jasper Nationalpark in Westkanada.
Jasper Nationalpark

Jasper-Nationalpark und Banff-Nationalpark sind natürlich absolut traumhaft. In Jasper genossen wir die warmen Sonnenstrahlen auf einer Bank beim Pyramid Lake. Abends wurden wir auf dem Campingplatz von Wapitis besucht. Auf dem Weg von Jasper nach Banff sahen wir mehrere Bären am Straßenrand und stoppten auf dem Icefields Parkway unzählige Male. Für die Straße hatten wir einen ganzen Tag eingeplant, was auch sinnvoll war, da es wirklich eine der schönsten Straßen ist, die man fahren kann.
Von Banff aus fuhren wir außerdem zum Lake Louise, einem sehr bekannten See Kanadas. Vorne war der See noch gefroren, doch der hintere Teil war bereits aufgetaut und leuchtete in einem wunderschönen Blauton. Von hier aus haben wir außerdem einen Großteil des Little Beehive-Trail gemeistert und sind bis zum Lake Agnes Tea House gewandert.

Am letzten Tag in Banff sind wir von Canmore aus zu den Grassi Lakes hochgewandert. Abends haben wir zum Abschied der Reise einen Eiswein getrunken. Dieser ist zwar recht teuer, aber wirklich besonders und eine wahre Spezialität. Eine weitere große Empfehlung sind Timbits. Geeignet als Belohnung nach den Wanderungen oder auch einfach so. Timbits sind Donut Holes in verschiedenen Geschmacksrichtungen und ich vermisse sie jetzt schon.

Abschließen können wir einfach sagen: Unsere Reise war wunderschön, abenteuerreich und unvergesslich. Schon jetzt träumen wir von unserer nächsten Reise dieser Art!

Karen Wolckenhauer, August 2025

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