In drei Wochen quer durch Neuseeland: Dieser Bericht zeigt die perfekte Route von Christchurch nach Auckland inklusive Insider-Tipps zu Freedom Camping und Stellplätzen.
Nach unserem Besuch in Chicago am 1. April (nur 2 °C) holten wir am 2. April unser Cruise America Wohnmobil (7,6 m) ab. Ein brandneues Wohnmobil mit nur 300 km…
Von Frankfurt bis runter an den wunderschönen Gardasee. Begleiten Sie Sandra auf ihrem herbstlichen Kurztrip.
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Da wir vor 10 Jahren die Südinsel bereist hatten, wollten wir diesmal nur die Nordinsel besuchen. Zusätzlich hatten wir entschieden, zuerst ganz in den Norden zu fahren und anschließend südlich von Auckland das anzuschauen, wozu noch die Zeit reicht. Unser südlichster Punkt war Rotorua, wobei wir uns fast immer der Küste entlang bewegt und wenn immer möglich in Strandnähe übernachtet haben.
Start und Übernahme des
Wohnmobils
Nach einem Zwischenstopp in Singapur waren wir endlich in Auckland angekommen, Ortszeit 27. Februar, 23:30 Uhr. Wir hatten eine Übernachtung in einem Airport Hotel gebucht, sodass wir (halbwegs) ausgeruht am anderen Tag den Camper übernehmen konnten.
Bei
Britz mussten wir etwas warten, wir waren anscheinend nicht die
Einzigen, die ein Wohnmobil gebucht hatten. Da wir schon einige
Erfahrung mit Mietmobilen haben, ging die Übergabe recht schnell
vonstatten. Das 7-Meter-Wohnmobil mit Automatik ließ sich von Anfang
an leicht fahren, nur die Fahrt auf der ungewohnten Straßenseite
machte anfangs etwas Stress. Enge Kurven und schmale Brücken
verlangten immer mehr Aufmerksamkeit, besonders wenn noch LKWs
entgegenkamen.
Wir
hatten das Modell ‚Discovery‘ mit einem Hubbett im Heck, was wir
statt dem Umbau der Sitzecke genutzt haben. Das Bett war das
bequemste, was wir bisher in einem Camper angetroffen haben. Nur der
Einstieg über die Leiter war mühsam für meine Partnerin, aber mit
der Zeit ging es immer besser. Der Rest (Sitzecke, Küche
Kühlschrank, Bad) war zweckmässig und in gutem Zustand. Die großen
Fenster an der Sitzecke waren ein Plus. Nur den Stauraum fanden wir
knapp bemessen.
Nach dem Großeinkauf im Flughafen-Shopping Center (Achtung, hier hat es einen Icebreaker-Outlet-Store, teilweise extrem günstig) ging es los Richtung Norden. Unser erstes Ziel, um in Ruhe anzukommen, war der Pinewoods Motor Park in Red Beach. Wie alle Plätze, die wir besucht haben, war dieser sehr sauber und ruhig, gerade richtig zum ankommen und alles einrichten. Spektakulär war der Strandzugang über die «Jakobs Ladder», eine sehr steile Treppe hinunter zur Steilküste. Wir blieben zwei Nächte, um nach dem Flug (2x 12 Stunden) und dem Jetlag in einen normalen Rhythmus zu kommen.
Bis auf wenige Ausnahmen haben wir meist Top10-Campgrounds besucht und waren immer zufrieden mit der Sauberkeit und den Facilities.
Mit der Top10-Card gab es häufig noch Prozente auf Eintritte oder Restaurant-Besuche.
Hinweis
Nordwärts
Am Samstag ging es weiter mit einem Zwischenstopp im Sculptureum in Matakana. Die Ausstellung ist sehr empfehlenswert mit teilweise recht lustigen Exponaten wie den Pink Snails. Das Restaurant war aufgrund einer Hochzeit geschlossen – schade.
Nach 2 Stunden Aufenthalt steuerten wir den Pakiri Holiday Park an. Er liegt an einem sehr schönen Strand und ist speziell für Familien mit Kindern geeignet. Wir waren am Wochenende dort, so dass viele Familien aus Auckland und Umgebung einen Kurzurlaub machten. Es war trotzdem noch recht ruhig und angenehm.
Whangarei und Russell
In
Whangarei und Russell waren wir zweimal. Da wir es eilig hatten, um
bei schönem Wetter Cape Reinga und den Ninety Mile Beach zu sehen,
sind wir an beiden Orten erst einmal nur eine Nacht geblieben.
Nachdem wir über die Kauri Coast zurückgefahren sind, haben wir
nochmals 2 Nächte in Whangarei und 3 Nächte in Russell gestoppt.
Whangarei
bietet eine kleine Fußgängerzone zum Shoppen und das Town Basin mit
Restaurants, einem tollem Uhrenmuseum und einem Shop, in dem wir
Jacken aus Merino-Opossum Wolle gekauft haben (sehr warm, sehr leicht
und sehr schön zu tragen). Die Whangarei Falls sind einen
Zwischenstopp wert, besonders der Walk durch den Wald ist schön und
dazu leicht zu begehen.
Russell ist ein kleiner Touristenmagnet mit schönen Stränden, einer kleinen Promenade und der Möglichkeit, die Bay of Islands mit dem Boot zu erfahren. Der Top10-Campground liegt direkt am Hang und man sollte versuchen, einen Platz oberhalb der Rezeption zu bekommen; der Blick über Russell und die Bay ist einfach toll.
Auf der Bootstour in die Bay of Islands konnten wir eine Delphin-Familie und viele Vögel beobachten.
Tipp
Höhepunkt war die Durchfahrt durchs «Hole in the Rock», bei der der Captain uns gekonnt durch die Passage manövriert hat. Bei schönem Wetter ist die Tour sehr empfehlenswert.
Cape Reinga und Kauri Coast
Von
Russell ging es zurück über die Fähre auf den State Highway 11 und
dann auf den State Highway 10 bis Whatuwhiwhi, wo wir in einem sehr
schönen Top10-Park übernachtet haben. Der kleine Strand war in 2
Minuten zu Fuß zu erreichen.
Am nächsten Tag sind wir mit einem Allradbus ganz in den Norden zum Cape Reinga und dem Ninety Mile Beach gefahren, bei schönem Wetter ein Muss. Bei strahlend blauem Himmel dauerte die Fahrt circa 7 Stunden, wobei der Fahrer an diversen Orten Rast machte und wir teilweise auch Kaffee oder Eis kaufen konnten. Besonders schön war die Tapotupotu Bay, wo es eine Mahlzeit mit Sandwiches und Getränken gab. Die Anfahrt ist abenteuerlich: Circa 5 Kilometer über eine steil abfallende, kurvenreiche Schotterstraße, aber die Bucht ist wirklich malerisch. Es gibt einen kleinen Campingplatz ohne Komfort.
Am
Cape Reinga war dann recht viel los; Viele Reisegruppen und Touristen
mit Wohnmobilen oder PKW wanderten zum Leuchtturm. Besonders
beeindruckt hat uns, dass man gut sehen konnte, wo die Tasmanische
See und der Pazifik aufeinandertreffen.
Auf
dem Rückweg ging es nach einem kurzen Halt zum Sanddünen-Surfen
über den Ninety Mile Beach zurück zum Ausgangspunkt. Eine Stunde
Fahrt mit 90 km/h über den flachen, menschenleeren Sandstrand war
ein Erlebnis der speziellen Art. Einen Highway am Strand gibt es
recht selten.
Am
Ausgangspunkt der Ninety Mile Beach Tour «Kā Uri Unearthed» in
Awanui gibt es einen berühmten Shop mit Kauri Schnitzereien und
Skulpturen, wo man auch den Künstlern bei der Arbeit zusehen kann.
Am nächsten Tag ging es westwärts und dann Richtung Süden, die Kauri Coast entlang. Das Wetter war etwas unbeständig, ab und zu Regen – aber auch wieder sonnige Abschnitte.
Die Fahrt war unaufgeregt, bis wir zum ‚Waipoua Kauri Forest‘ kamen. Dort verläuft die Straße 18 Kilometer lang auf einer engen, kurvenreichen aber sehr gut ausgebauten Straße durch den Regenwald. Inmitten des Waldes kann man einen der ältesten Kauribäume bestaunen, den ‚Tane Mahuta‘.
Nach einer Übernachtung im Top10 Kauri Coast Holiday Park ging es weiter südwärts zum Kauri Museum in Matakohe. Wer sich für die Geschichte der Verarbeitung des Kauri Holzes und der Gewinnung des Kauri Harzes interessiert, ist hier richtig. Die Harz-Ausstellung im Museum mit bearbeitetem und reinem Harz ist sensationell. Das berühmte Bernsteinzimmer muss ähnlich in gelb und gold geglitzert haben.
Von
Matakohe aus sind wir nochmals in den Norden nach Whangarei und
Russell gereist, wo wir fast eine Woche Pause gemacht haben. Nach
einer Übernachtung in Mangawhei Heads mit einem Campground direkt am
Strand (sehr empfehlenswert) sind wir dann durch Auckland in Richtung
Coromandel gefahren.
Coromandel und Waihi Beach
Kurven, Serpentinen, enge Brücken, steile Anstiege und Abfahrten mitten durch den Regenwald.
Coramandel begrüßt uns mit einer anstrengenden Fahrt. Zum Glück gibt es immer wieder kleinere und größere Orte, wo wir einen Espresso oder ein Mittagessen genießen konnten. So in Tairua, wo wir einen riesigen Edelstein-Shop ‚Heaven and Earth Crystals‘ besucht haben. Ein Stopp lohnt sich. Im Restaurant ‚flock l kitchen & bar‘ direkt daneben haben wir sehr gut zu Mittag gegessen.
Nach der Pause folgten weitere Kilometer Serpentinen und Steilstrecken, bis wir im Top10 Hot Water Beach angekommen sind. Eigentlich ist der Fleck recht unspektakulär, gäbe es nicht den Hot Water Beach.
Mit Schaufeln bewaffnet gräbt man sich bei Niedrigwasser seine eigene Badewanne.
Interessantes
Es hat heiße Quellen im Meer, die nur bei Ebbe freigelegt werden. So treffen sich dutzende bis (im Sommer) hunderte Badende, um das warme Wasser zu genießen. Ein ‚Must‘ um ‚hip‘ zu sein.
Da
wir genug von Serpentinen hatten, haben wir den Coromandel nicht
umrundet, sondern sind südwärts an der Küste entlang bis Waihi
Beach gefahren. Leider haben uns die Serpentinen (man fährt
Teilstücke mit 25 – 35 km/h) noch nicht verlassen, erst später
sind die Strecken wieder gerader geworden.
Der nächste Top10 in Waihi Beach mit direktem Strandzugang und einer Schar Enten im angrenzenden Flüsschen begrüßt uns: Drei Tage Stopp mit vielen Walks am wunderschönen Sandstrand. Eine Gruppe Surfer hat uns unterhalten, die den schönen Wellengang über Stunden ausgenutzt haben. Viele Vögel, speziell Austernfischer, suchten nach Nahrung am Strand. Dies war eine willkommene 3-tägige Pause nach den kurvenreichen Strecken. Über Katikati, Rotorua und den Blue Lake mit dem Buried Village ging es dann zu unserem letzten längeren Aufenthalt nach Whakatane beziehungsweise Ohope Bach.
Rotorua, Blue Lake, Buried Village
Auf
dem Weg nach Whakatane haben wir uns entschieden, in Rotorua den
Kuirau Park mit den Mud Pools zu besuchen. Mittlerweile sind alle
‚blubbernden Tümpel‘ (Wikipedia) umzäunt, aber durch Brücken und
geschickte Wege sieht man alles sehr gut.
Durch
den Umweg über Rotorua suchten wir eine weitere
Übernachtungsmöglichkeit und sind an den Blue Lake gefahren. Dort
hat es direkt am Strand den nächsten Top10-Campground. Da wir aus
Sicht der Neuseeländer ja im Herbst unterwegs waren, hatte es kaum
Besucher auf dem Platz.
Coromandel Regenwald & Buried Village
In der Nähe des Blue Lake kann man das ‚Buried Village‘ besuchen. Ein Ort, der in den 1860er Jahren als Touristenmagnet bekannt war, da es heiße Quellen und Sinterterrassen gab. Kurze Zeit später hatten ein Vulkanausbruch und ein Tsunami des Lake Tarawera alles unter sich begraben. Seit einigen Jahren werden die Gebäuderuinen freigelegt und Artefakte in einem Museum ausgestellt.
Besonders
hat uns der Rundweg durch das Dorf gefallen. Dieser führt später an
einem kleinen Wasserlauf vorbei und man sollte ihn auf jeden Fall
erlaufen, wenn man dort ist.
Whakatane und Ohope
Zum Abschluss unserer Reise blieben wir ein paar Tage im Top10 Ohope Beach, auch wieder direkt am kilometerlangen Strand.
In
Whakatane konnten wir an einem Hāngī teilnehmen, das im
Mataatua-Versammlungshaus stattfand. Bei dem traditionellen Event
wird nach ritueller Begrüßung und dem Besuch der rituellen Stätten
ein Essen serviert, das wie seit Jahrhunderten in einem Erdofen
gegart wird. Begleitet von Musik und Tanz isst man dann aber doch am
westlich gedeckten Tisch.
Mataatua – das Haus, das heim kam hat eine lange Reise nach Australien und England hinter sich, bis es an seinen ursprünglichen Ort in Whakatane zurückgebracht wurde. Es lohnt sich, die Geschichte zu lesen oder zu hören. Die Schnitzereien im und am Haus sind eindrücklich und erzählen die Geschichte des Stammes, zum Beispiel wie die Alten die Süßkartoffel nach Neuseeland brachten.
Mataatua & Ohope Beach
Nach
weiteren Tagen am schönen Strand von Ohope ging es via Cambridge
zurück an den Flughafen Auckland. Nachdem wir problemlos das
Wohnmobil bei Britz abgeliefert hatten, erwartete uns ein
24-stündiger Heimflug mit kurzem Stopp in Singapur.
Zum Schluss
Wir
wollten einen erholsamen Urlaub machen, daher haben wir sicherlich
die eine oder andere Sehenswürdigkeit ausgelassen. Macht aber
nichts.
Die
Reise mit dem Wohnmobil ging nach anfänglicher Eingewöhnung mit
Linksverkehr und den ungewohnten Ausmaßen sehr gut. Das Wohnmobil
war sehr bequem und die Möglichkeit, einfach mal ein oder zwei Tage
an einem schönen Ort länger zu verweilen ist sicherlich ein Vorteil
dieser Reiseart. Man darf sich nur keinen zu engen Zeitplan vorgeben
und keine Angst haben, etwas zu verpassen.
Wir haben den Norden der Nordinsel Neuseelands sehr genossen und haben immer noch Ideen was wir sehen wollen, wenn wir wiederkommen.