Australien: Auf den Spuren von Charles Darwin

Fotograf: Javen

Ohne Zweifel ist der Engländer Charles Robert Darwin (1809 bis 1882) einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler aller Zeiten. Sein Werk „On the Origin of the Species“ („Über die Entstehung der Arten“) aus dem Jahr 1859 bildet noch heute die Grundlage der Evolutionstheorie: Darwin beschreibt darin die Veränderung von Tier- und Pflanzenarten über lange Zeiträume durch natürliche Selektion und argumentiert, dass alle Lebewesen gemeinsame Vorfahren aufweisen. Was viele nicht wissen: Im Laufe einer knapp fünfjährigen Weltumseglung landete der junge Charles Darwin im Jahr 1836 auch in Australien. Wir zeichnen Darwins Stationen „Down Under“ nach. Während eine Wohnmobiltour zu allen drei Orten kaum praktikabel ist, ist jeder von ihnen für sich einen Besuch wert.

Fotograf: Taras Vyshnya

Sydney

Am 12. Januar 1836 ankerte das Vermessungsschiff „HMS Beagle“ vor Sydney. Zu diesem Zeitpunkt war die „Beagle“ bereits gute vier Jahre unterwegs, Darwin hatte unter anderem in Südamerika und auf den Galapagos-Inseln seine Forschungen betrieben.

Fotograf: Everett Historical

In einem Brief an seine Schwester schrieb Darwin, er freue sich „mehr auf Sydney als auf alle anderen Abschnitte der Reise.“ Zwei Wochen verbrachte der Forscher in der größten Stadt Australiens beziehungsweise in deren Nähe und bezeichnete sie in seinem Tagebuch zunächst als „grandioses Zeugnis der Macht der britischen Nation“. Allerdings war die Hochstimmung rasch verflogen, als Darwin einige der führenden Familien in der Kolonie traf: Viele davon waren ehemalige Sträflinge, und Darwin erkannte in all ihren Bemühungen allein das Streben nach Macht und Geld. An Kunst, Kultur und Wissenschaft waren sie nicht im Geringsten interessiert. All das passte nicht zusammen mit dem Utopia, das Darwin erwartet hatte. Heute ist Sydney eine der schönsten Metropolen der Welt – das weltberühmte Opera House und die Harbour Bridge sind nur zwei der Sehenswürdigkeiten, die jährlich von mehr als zwei Millionen Touristen besucht werden. Im Australian Museum finden sich viele Ausstellungstücke zur Reise der „Beagle“, ebenso im Australian National Maritime Museum.

Hobart

Nächster Halt für die „HMS Beagle“ war am 5. Februar 1836 Hobart, die Hauptstadt von Tasmanien – wer heute mit dem Wohnmobil unterwegs ist, nimmt die Fähre. Hier ging Darwin wieder verstärkt seinen Forschungen nach, unter anderem fand er zahlreiche bis dato unbekannte Insektenarten. Der Forscher war erstaunt über die Vielzahl der Kreaturen, die er nur in Australien zu Gesicht bekam – etwa das Schnabeltier.

Fotograf: THPStock
Fotograf: worldswildlifewonders
Fotograf: THPStock
Fotograf: worldswildlifewonders
Die einzigartige Fauna Australiens

Dabei hat Darwin während seiner Zeit „Down Under“ noch nicht einmal ein Känguru gesehen! Insgesamt trugen Darwins Beobachtungen der einzigartigen Flora und Fauna Australiens in Verbindung mit der geographischen Isolation des Kontinents maßgeblich zur Entwicklung der Evolutionstheorie bei. Während seiner Zeit in Hobart bestieg Darwin auch den nahegelegenen, etwa 1.250 Meter hohen Mount Wellington. Er feierte seinen 27. Geburtstag und ließ sich von ein paar Aborigines in die Kunst des Speerwerfens einweisen. Hobart präsentiert sich heute als malerisch gelegene, lebhafte Universitätsstadt – ideal geeignet, um von hier aus die Insel Tasmanien zu erkunden!

Albany

Letzter Halt auf Charles Darwins kleiner Australien-Tour war Albany in der King-George-Sound, an der Südwestküste des Landes. Die „Beagle“ erreichte die Bucht am 6. März 1836 und lag dort für acht Tage vor Anker. Zwar war Darwin zu diesem Zeitpunkt frustriert, dass sich seine Heimreise weiter verzögerte, aber auch hier stürzte er sich in die wissenschaftliche Forschung.

Fotograf: ChameleonsEye
Krieger der Aborigines

In Albany sammelte er verschiedene Spezies von Insekten und Fischen. Außerdem war Darwin einer der ersten Weißen, der eine „Corroboree“ erlebte, eine Aborigine-Zeremonie mit Musik und Tanz. Zu Zeiten Darwins war Albany eines der größten Walfangzentren der Welt, heute starten von hier zwischen Juli und Oktober zahlreiche Walbeobachtungstouren. Ein Walfangmuseum erinnert an diesen Teil der Ortsgeschichte. Der nahegelegene Nationalpark Torndirrup bietet zahlreiche sehenswerte Felsformationen wie „The Gap“.

Ebenfalls nicht weit von Albany entfernt liegt der Stirling-Range-Nationalpark, aufgrund seiner Artenvielfalt (über 1.500 Pflanzenarten) eine der weltweit wichtigsten Regionen in Sachen Botanik.

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