Barrierefreie Wohnmobile: Camping mit Rollstuhl

Alle diejenigen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind, hatten es lange schwer, wenn es um Campingurlaube mit dem Wohnmobil ging.

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Ausblicke, die niemand verpassen sollte

Schließlich kann man nicht den erstbesten Camper mieten und drauflos fahren. Mittlerweile allerdings gibt es eine ganze Reihe neuer Ausstattungen und barrierefreier Modelle, die es auch „Rollis“ erlauben, mit dem Wohnmobil ferne Länder zu erkunden.

Nicht jede Krankheit ist heilbar, aber zumindest das Fernweh lässt sich therapieren! Wir sagen, welche Voraussetzungen ein barrierefreies Wohnmobil erfüllen muss, damit dem Camping mit Rollstuhl nichts im Wege steht.

Behindertengerechte Wohnmobile

Um barrierefreies Reisen mit dem Camper garantieren zu können, sind seitens der Vermieter einige Umbauten am Fahrzeug vonnöten.

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Vom Wohnmobil an den Strand

Beim Innenleben sind ebenfalls Anpassungen nötig – Raum ist ein knappes Gut im Camper, der seine gesamte Ausstattung (Küche, Bad, Schlafraum etc.) auf nur wenigen Quadratmetern unterbringen muss. Das barrierefreie Wohnmobil spart an der Inneneinrichtung, um so genügend Manövrierraum für den Rollstuhl zu erhalten.

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Sperriges Rollstuhlzubehör oder der Rollstuhl selbst passen problemlos in die Stauräume

Auf Stufen und andere Hindernisse, wie sie etwa beim Eingang zum Bad auftreten, wird verzichtet, sodass jeder Winkel des Campers mit dem Rollstuhl zu erreichen ist. Weitere Umbauten können sein: Trennvorhänge statt fester Wände, ein tiefergelegter Küchenblock, absenkbare Hängeschränke, schwenkbare Waschbecken und ein Duschstuhl.

Schon der Einstieg ins Gefährt ist bei einem normalen Wohnmobil schwierig bis unmöglich: Über die üblichen Treppen kommt kein Rolli-Fahrer ins Innere.

Für einen handicapgerechten Zugang wird eine elektrische Hebebühne eingebaut, über die der Rollstuhlfahrer bequem in den Innenraum gelangt.

Gut zu wissen

Eventuell muss auch die Eingangstür selbst gegenüber herkömmlichen Modellen verbreitert werden, damit der Rollstuhl hindurch passt. Bei einigen Modellen lässt sich die Hebebühne auch per Fernbedienung steuern.

Einige Modelle, wie zum Beispiel das Motorhome C30 von Cruise America, verfügen auch über Handgas und -bremse. Im Einzelfall ist es ratsam, sich vor der Buchung der Reise gemeinsam mit CU | Camper und seinen Partnern auszutauschen, um das optimale Fahrzeug für die entsprechenden Bedürfnisse zu finden.

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Mit Handgas genutztes Wohnmobil in den USA


Beispiel: CU | Camper bietet mit seinem kanadischen Partner Fraserway das Motorhome CS 27 HDI, ein für Rollstuhlfahrer umgerüstetes Modell mit seitlicher Hebebühne, sowie ein rollstuhlgerechtes A-Class Wohnmobil an. Das A-Class Motorhome verfügt im Gegensatz zum CS 27 über weitere Vorteile: Fahrerbereich und Wohnraum liegen auf gleicher Höhe, die Fahrersitze sind drehbar, im Bad gibt es einklappbare Haltegriffe, und man kann mit dem Rollstuhl direkt unter das Waschbecken fahren.

Generell gilt, dass gerade in Nordamerika das Thema Barrierefreiheit in den vergangenen Jahren mit viel Inbrunst angegangen wurde. In anderen Ländern bzw. Regionen der Erde sieht es teilweise noch nicht so fortschrittlich aus.

Geeignete Campingplätze finden

Was die Campingplätze selbst betrifft: Eine große Anzahl ist fürs Camping mit Rollstuhl ausgestattet – dies gilt für die allermeisten Länder, besonders wiederum für Nordamerika und Europa.

Welche dies genau sind, können Sie den jeweiligen Übersichtsseiten entnehmen.

Die großen Ketten wie in den USA Kampgrounds of America (KOA) beispielsweise listen für jeden einzelnen Campingplatz die genaue Ausstattung auf.

Nützlich

Wer sich mit den Symbolen und Umschreibungen schwertut, findet hier eine gute Erklärung.

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