Einen Monat Südwesten im Herbst

Fotograf Manfred Faden
Der Grand Canyon-Nationalpark

Da wir zuvor schon einige Tage zuvor zu einem Familientreffen nach Las Vegas reisten, war es überhaupt kein Problem, den Wagen von Cruise America am 16.09. früh am Morgen in Henderson abzuholen. Dort ging alles sehr schnell und wir konnten uns auf den Weg machen.

Fotograf Manfred Faden
Den Südwesten mit Cruise America entdecken

Die Fahrt ging am ersten Tag von Las Vegas über Sait George in Utah, wo wir Vorräte einkauften und ein erstes Mal tankten, in den Fremont Indian State Park. Dieser liegt zwar fast direkt an der I 70, von der man aber überhaupt nichts mitbekommt, weil man seine Zelte in einem Seitencanyon aufschlägt. Zu empfehlen ist das kleine Museum in der Rangerstation, die auf der anderen Seite der Interstate liegt.

Unsere Reise ging dann weiter nach Fruita, Colorado. mit einem Besuch des Dinosaur Journey Museum und mit einem Ausflug über das Colorado National Monument und Grand Junction. Von Fruita zog es uns über die Grand Mesa zum Black Canyon of the Gunnison. Dies ist ein relativ wenig besuchter Park, der allerdings sehr lohnenswert ist. Danach fuhren wir zu den Great Sand Dunes in Colorado, wo wir zwei Tage blieben und uns die einfach nur wunderschönen Dünen ansahen und darin herumwanderten.

Von den Grand Sand Dunes ging es weiter nach Taos, New Mexico, wo wir das Taos Pueblo besuchten und gleich danach über die Rio Grande Gorge Bridge und den Ort Antonito nach Chama fuhren. In Chama machten wir eine Tagesfahrt der historischen Cumbres and Toltec Railroad. Es ist schon ein Erlebnis, bei schönstem Wetter mit einem von einer Dampflok gezogenen Zug auf über 10.000 ft. in den Bergen herum zu fahren.

Pagosa Springs mit seinen heißen Mineralquellen war unser nächstes Ziel. Auch dort blieben wir zwei Tage und besuchten eines der Mineralbäder. Von Pagosa Springs machten wir uns auf in die „Berge“ (als ob Pagosa Springs, Chama und was auch immer nicht schon „Sky High“ wäre) nach Ouray. Von dort aus machten wir mehrere Ausflüge in die wunderschöne Umgebung und genossen die Ruhe.

Eigentlich wollten wir danach eine Nacht in Telluride bleiben. Dort war es uns allerdings zu nobel, sodass wir nach einer Fahrt mit der tollen und auch noch völlig kostenlosen und unheimlich langen Seilbahn, weiter in die Nähe von Cortez fuhren. Dort besuchten wir am Morgen des darauffolgenden Tages das Canyon of he Ancients Museum, um gleich danach an einem langen Tag zum North Rim des Grand Canyons zu fahren.

Fotograf Manfred Faden
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Cumbres and Toltec Railroad

Für den Rest der Reise entschieden wir am Grand Canyon zu bleiben. Dort hatten wir noch super Wetter und deshalb eine gigantische Aussicht. Aber es wurde auch das erste Mal auf dieser Tour in den Nächten sehr kalt. Am Grand Canyon haben wir das Wohnmobil dann auch fertig zur Abgabe gemacht und sind morgens am Tag der Abgabe wieder über Saint George nach Las Vegas gefahren. Durch das early pickup / late return-Special war es uns unproblematisch möglich, direkt am North Rim loszufahren und den Wagen trotzdem rechtzeitig zurück zu geben.

Die letzte Nacht verbrachten wir in einem airportnahen Hotel, dem Best Western McCarran Inn, das mit kostenlosem Shuttleservice zum Flughafen aufwartete, das uns am nächsten Morgen früh dort hin brachte.

Tipp

Am Ende kurz noch zum Wohnmobil und zum Mietverhältnis mit Cruise America: Wir hatten vorher schon zwei Mal einen Jucy Car geliehen (sehr klein, aber top Fahrzeuge) und nun das erste Mal mit Cruise America zu tun. Wir waren als Paar unterwegs und hatten den kleinsten Wagen (C19) gemietet, der für uns mehr als ausreichend groß war. Wir haben die Toilette selten und die Dusche gar nicht benutzt. Wäre auch alles etwas klein und die Feuchtigkeit im Herbst vermutlich auch nicht so einfach aus der Karre zu bekommen. Es war auf den Campgrounds aber auch alles vorhanden und warum sollten wir diese bequeme Lösung nicht nutzen? Gekocht haben wir relativ oft und trotzdem hat das Gas sehr lange gereicht. Da wir versucht haben, die „gas economy“ des Ford E 350 etwas zu verbessern, fuhren wir defensiv und kamen mit ca. 20 Litern Normalbenzin zurecht. Das ist im Vergleich zu europäischen Modellen immer noch ziemlich irrwitzig, aber in den Staaten derzeit kaum zu ändern. Zum Vergleich: Das Juy Car kommt, bei sparsamer Fahrweise, auf Landstraßen teilweise mit unter 10 Litern aus.

Fotograf Manfred Faden
Picknick an besonderen Orten

Der Wagen an sich war technisch einwandfrei. Die Innenausstattung hatte schon bessere Zeiten gesehen und war ältlich, aber auch dort war alles ok. Die MitarbeiterInnen von Cruise America in Las Vegas waren schnell und „business like“, aber im Endeffekt auch zuvorkommend und haben sich im Anschluss an die Einführung etwas Zeit für unsere Fragen genommen. Sollte man das erste Mal mit ihnen zu tun haben, ist es sicher gut, sich tatsächlich alle von CA bereitgestellten Videos im Vorfeld angesehen zu haben. Man kann dann die für einem selbst wichtigen Fragen schon parat haben. In Foren liest man öfter Negatives über Cruise America. Wir haben dieses Mal keine schlechten Erfahrungen gemacht. Uns ging auf der Fahrt der Abwasserschlauch kaputt und wir haben dann, wie in den Unterlagen stehend, einfach auf einem Campground einen neuen gekauft (passiert wohl öfter) und das Geld dann auch anstandslos ersetzt bekommen. Wir würden wieder bei CA mieten und hoffen, dass die Erfahrungen auch positiv bleiben. Cruise America ist einfach ein großer Laden, mit ziemlich günstigen Preisen. Es ist vermutlich einfach so, dass sollte man auf jeden Fall ein supertippitoppi Wohnmobil (die es bei CA auch gibt, aber wer hat das Glück?) haben wollen, man sein Glück eventuell bei einer anderen (und vermutlich teureren) Vermietung suchen sollte.

Manfred Faden, Juli 2020

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