Auf einsamen Pfaden im Südwesten der USA

© Benjamin H.
Unterwegs mit Jeep und Trailer

Begeistert blicken wir, im wadentiefen Wasser stehend, auf die mehrere hundert Meter hohen und nur wenige Meter breiten, ungemein beeindruckenden Engstellen der Narrows des Parunuweap Canyon. Paru… was? Der recht komplizierte Name des Canyons ist kaum bekannt, doch was wir hier erleben dürfen, muss sich vor den weit bekannteren Zion Narrows nicht verstecken.

Abseits der Touristenpfade

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Um die Engstellen zu sehen, müssen wir zwar eine mehrstündige – aber ungemein schöne – Wanderung absolvieren. Dafür aber gibt es einen entscheidenden Vorteil: Während sich im Haupttal des Zion-Nationalparks schon frühmorgens lange Schlangen an den Shuttle-Stationen bilden und kaum ein Foto in den Zion Narrows ohne zwangsweise mit abgebildete fremde Personen auskommt, sind wir hier allein – und zwar ganz allein, den ganzen Tag! Die Wanderung ist zwar lang und anstrengend, dafür führt sie durch eine grandiose Landschaft am Rande des Zion-Nationalparks und stellt für uns eine Art „Best of Zion in one day“-Tour dar.
Die beschriebene Tour ist das letzte große Highlight unserer zweiwöchigen Reise durch den Südwesten der USA.

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Von Las Vegas ging es zunächst nach Escalante und von dort über Kanab und Page wieder zurück in die Spielermetropole. Wir haben uns für unsere Reise für einen Jeep mit Wohnwagenanhänger von Best Time RV entschieden. Dieses im Jahr 2018 neue Angebot weist zwar noch einige Kinderkrankheiten auf und verglichen zum Wohnmobil sind gewiss Einbußen beim Komfort hinzunehmen. Trotz dieser Schwierigkeiten und Einschränkungen sind wir mit der gewählten Kombination aber sehr zufrieden. Schließlich ermöglicht uns die Flexibilität des Jeeps, unseren Urlaub zu einer wahren Entdeckungsreise zu machen.

Als Entdeckungsreise möchte ich unsere Tour deshalb bezeichnen, da wir gezielt abgelegene und wenig besuchte Naturwunder außerhalb der großen Nationalparks angesteuert haben. Dabei haben wir Ziele erreicht, die mit einem Wohnmobil aufgrund dessen geringer Bodenfreiheit, dem größeren Radabstand und der nicht vorhandenen Wendigkeit nicht möglich gewesen wären.

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Felsformationen im Südwesten

Einsamkeit des Südwestens

Wie einsam wir manchmal unterwegs waren, wurde uns klar, als wir in der Nähe des Sidestep Canyon einem Guide mit seiner Gruppe begegnen. Er war völlig verdutzt uns zu sehen und meinte, er sei hier noch nie auf andere Personen gestoßen. Das Erkunden solch versteckter Highlights am Rande ist sicherlich vor allem für Zweit- oder Drittbesucher der Region auf der Suche nach immer neuen Zielen interessant.

Aber auch „Ersttätern“ mit Abenteuerdrang oder dem Bedürfnis nach etwas Abgeschiedenheit vom Touristentrubel in den Nationalparks Grand Canyon, Zion oder Bryce können wir solche Abstecher wärmstens empfehlen – die Natur hat auch hier Großartiges geschaffen!

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Als besonders lohnende Ziele empfanden wir neben den genannten auch den wunderschönen Coyote Gulch, den riesigen Broken Bow Arch und den farbenfrohen Bighorn Canyon in der Nähe von Escalante sowie die bunten Steinwunderwelten von Yellow Rock und Coyote Buttes South zwischen Page und Kanab (Achtung: für letzteres wird ein vorab zu buchendes Permit benötigt).

Jedoch sollte man sich diese Ziele nur sehr gut vorbereitet vornehmen, da sie meist recht abgeschieden liegen und nur über eine häufig längere Anfahrt auf (öffentlichen) Dirt Roads und / oder nicht gekennzeichneten Trampelpfaden zu erreichen sind. Dem Abenteuerdrang sind in dieser Region der Erde jedenfalls keine Grenzen gesetzt und es warten auch nach mehreren Besuchen in dieser Gegend noch zahlreiche weitere Canyons und bunte Steinformationen auf Erkundung!

Benjamin H., Juni 2018

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