Die Garden Route mit dem Wohnmobil

Zwischen facettenreichen Landschaften und wilden Tieren

Dass Südafrika schöne Landschaften zu bieten hat, ist kein Geheimnis. Ebenso wenig die Tatsache, dass die Garden Route zu den touristischen Höhepunkten des Landes zählt. Tausende Urlauber bereisen jedes Jahr den vor allem am Meer verlaufenden Streckenabschnitt am südlichen Ende Afrikas. Dieser zieht sich über die Nationalstraße N2 von Mossel Bay bis nach Port Elizabeth. Da er mit rund vierhundert Kilometern zwar schön anzusehen, jedoch relativ kurz ist, starten viele dabei bereits ab Kapstadt und verdoppeln somit in etwa die Distanz. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und verlängern die Strecke bis zum Addo Elephant-Nationalpark. Dadurch ergibt sich eine rund eintausend Kilometer lange Reiseroute.

Ausgelegt ist die Reise auf zwölf bis vierzehn Nächte. Natürlich kann sie dem eigenen Reisetempo und den eigenen Schwerpunkten entsprechend angepasst werden. Klimatisch bedingt ist in der Region insbesondere die Reisezeit zwischen Oktober und März empfehlenswert und beliebt. Jedoch haben auch andere Zeiträume ihre Vorteile – wie später noch beispielsweise bezüglich des Whale Watchings zu lesen sein wird. Der Start der Reise erfolgt in unserem Beispiel in der Metropole Kapstadt. In der Stadt – und besonders auch in ihrer direkten Nähe – gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Dazu zählt der monumentale Tafelberg ebenso wie das Kap der Guten Hoffnung. Nach zwei oder drei Nächten erfolgt dann die Übernahme des Wohnmobils und anschließend der erste Teil der Garden Route.

Ihre Highlights während der Route

  • Kapstadt
  • Swellendam
  • Oudtshoorn
  • Plettenberg Bay
  • Port Elizabeth
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Kapstadt
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Weingut in Stellenbosch
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Weißer Hai an der Küste Südafrikas

Von Kapstadt bis Swellendam

  • Tag: 1 bis 3
  • Entfernung: 400 Kilometer

Dieser führt gen Süden entlang der False Bay und vorbei an zahlreichen Hügeln bis in die Kleinstadt Hermanus. Auf dem Weg dorthin warten bereits die ersten malerischen Strandabschnitte. Deshalb bietet sich gegebenenfalls bereits auf der rund einhundertzwanzig Kilometer langen Fahrt der eine oder andere Zwischenstopp an. Alternativ lohnt sich auch ein Halt in Stellenbosch. Jener Ort ist so etwas wie das Zentrum der Weinindustrie Südafrikas. In Hermanus angekommen lohnt es sich, das Städtchen und seinen Strand während eines Spaziergangs zu erkunden. Wer auf einer Wohnmobilrundreise zwischen Mai und Oktober das Gebiet bereist, hat gute Chancen darauf, Wale vor der Küste zu beobachten.

Am nächsten Morgen führt die Tour weiter gen Osten. Ziel des Tages ist Swellendam. Auf dem kürzesten Weg liegt das rund einhundertsechzig Kilometer von Hermanus entfernt. Während der Etapppe können Abenteuerlustige einen Zwischenstopp in Gansbaai einlegen. Dort gibt es die Möglichkeit, mit weißen Haien zu tauchen. Nur durch einen Käfig getrennt können die Meeresgiganten in ihrer natürlichen Umgebung erlebt werden. Nach diesem wahrlich unvergleichlichen Erlebnis geht es dann schließlich weiter.

Swellendam ist von mehreren Naturreservaten umgeben, weshalb sich mehrere Optionen bieten, Landschaft und Tierwelt genauer unter die Lupe zu nehmen. Der südlichste Punkt Afrikas findet sich in rund eineinhalb Stunden Fahrzeit von Swellendam am Kap Agulhas. Die felsenreichen Küstenabschnitte und der „Southern Tip of Africa“ stellen während einer kurzen oder auch längeren Wanderung tolle Fotomotive dar. Im Nordosten von Swellendam gibt es ein empfehlenswertes Museum, das sich mit der regionalen Geschichte befasst. Die Gebäude, in welchen das Drostdy Museum untergebracht ist, wurden 1747 von der Niederländischen Ostindien-Kompanie errichtet. Für eine Übernachtung in der Nähe von Swellendam bietet sich beispielsweise ein Stellplatz auf der De Bos Guest Farm an. Diese liegt am Fuße des Langeberg-Gebirges und bietet einige Annehmlichkeiten – inklusive Swimmingpool.

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Von Swellendam nach Oudtshoorn

  • Tag: 4 bis 6
  • Entfernung: 300 Kilometer

Nach der Erkundung der Stadt geht es mit dem Wohnmobil weiter. Das nächste Teilstück – rund einhundertsiebzig Kilometer – führt direkt ans Wasser. Mossel Bay heißt der Zielort des Tages. Er gilt als offizieller Startpunkt der Garden Route. Auch dort warten – je nach Jahreszeit – tierische Erlebnisse wie die Walbeobachtung oder das Tauchen mit weißen Haien. Eine andere Sehenswürdigkeit vor Ort ist der Bartolo Dias Museum Complex. Er beinhaltet mehrere Museen, die sich vorrangig mit der Geschichte und Kultur Südafrikas befassen. Nicht nur der Post Office Tree – ein Baum, der seit dem 15. Jahrhundert als Postkasten fungiert – bringt Besucher zum Staunen. Auch der Diaz Beach lädt zum Verweilen ein.

Safaris bieten sich ebenso an, beispielsweise auf dem Botlierskop Private Game Reserve nördlich der Stadt. Dort sind vier der „Big Five“ anzutreffen. Entsprechend bieten sich zwei Übernachtungen in Mossel Bay an, um Stadt, Umland und Tierwelt zu erkunden. Ein passender Wohnmobilcampingplatz ist der in malerischer Lage gelegene Point Caravan Park. Direkt am Wasser bietet er alles, was das Urlauberherz begehrt.

Nach zwei oder drei Tagen in Mossel Bay führt die Tour über die Garden Route weiter nach Oudtshoorn. Dabei dauert die Fahrt nicht einmal eineinhalb Stunden – vorausgesetzt, dass kein Zwischenstopp erfolgt. Diese sollten allerdings aufgrund der schönen Aussichten auf die hügeligen Landschaften nicht ausgeschlossen werden. Oudtshoorn ist so etwas wie die „Straussenhauptstadt Afrikas“. Dementsprechend finden sich mehrere Straussenfarmen rund um die Stadt, die teils tägliche Führungen anbieten. Auch die Sichtung von Erdmännchen ist rund um die Stadt sehr gut möglich, weshalb auch dafür Touren angeboten werden. Ein weiteres beeindruckendes Must-See sind die unterirdischen Cango Caves, die das größte Tropfsteinhöhlensystem in ganz Afrika bilden. Für eine oder zwei Nächte bietet sich das Oppi Dam Camping an, das rund fünfzehn Kilometer außerhalb der Stadt liegt.

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Elefantenherde
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Eine Straußenfamilie
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Zwei Löwen

Von Oudtshoorn zur Plettenberg Bay

  • Tag: 7 bis 9
  • Entfernung: 150 Kilometer

Von Oudtshoorn geht es zurück ans Wasser. Knysna heißt nach rund zwei Stunden Fahrzeit der nächste Zwischenstopp. Golfer sollten zuvor auf dem Weg allerdings noch eine kleine Pause in George einlegen – der dortige Golf Club gilt als wahres Paradies. Für Surffans lohnt sich ein Halt in Wilderness. Dort wartet ein rund acht Kilometer langer Traumstrand mit dem Surfspot Victoria Bay und besten Voraussetzungen für gute Wellen. Spätestens nach einem Zwischenstopp wird schließlich Knysna erreicht.

In der kleinen Stadt bietet es sich besonders an, die Lagune des Ortes bei einem ausgedehnten Spaziergang zu erkunden. Durch die vielen Küsten rund um die Stadt ergeben sich traumhafte Wanderwege. Auch eine Wanderung hinauf auf die Knysna Heads, Felsformationen am Meer, führt zu grandiosen Aussichten. Gerade Sonnenuntergänge sind dort oft besonders ansehnlich. Danach erfolgt die Übernachtung beispielsweise auf dem Monks Caravan Park, der in der Stadt zentral gelegen ist.

Am nächsten Tag steht nur ein kleines Teilstück der Garden Route an. Nach rund einer halben Stunde Fahrzeit wird Plettenberg Bay erreicht. Dort warten einmal mehr Möglichkeiten zu tierischen Begegnungen auf Urlauber. Whale Watching ist dort besonders zwischen Juni und September gut möglich. Jedoch lassen sich in der Region auch Affen blicken. Denn das „Monkeyland“ ist einige Kilometer nördlich von Plettenberg Bay beheimatet und bietet einmalige Einblicke in das Leben verschiedener Affenarten. Etwas nördlich davon findet sich mit „Birds of Eden“ ein Pendant dazu, in dem die exotischsten Vogelarten zu beobachten sind.

Wer eher Adrenalin sucht, sollte den dritthöchsten bzw. dritttiefsten Bungeejump der Erde in Angriff nehmen. An der Bloukrans Bridge – die im übrigen bereits für sich ein nettes Fotomotiv darstellt – können Waghalsige sich sage und schreibe 216 Meter in die Tiefe stürzen. Eine perfekte Unterkunft mit dem Wohnmobil ist der Keurbooms Lagoon Caravan Park im Norden von Plettenberg Bay.

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Knysna Heads

Von Plettenberg Bay nach Port Elizabeth

  • Tag: 10 bis 12
  • Entfernung: 250 Kilometer

Danach brechen die letzten rund zweihundertfünfzig Kilometer der Garden Route an. Knapp einhundertfünfzig davon führen küstennah bis nach Jeffreys Bay. Auf dem Weg dorthin wird der Tsitsikamma-Nationalpark durchquert. Dieser beheimatet einige Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise den über achthundert Jahre alten „Big Tree“, einen Yellowwood-Baum. Aufgrund der landschaftlichen Schönheit lohnen sich eine Wanderung oder eine Kajaktour innerhalb des Parks, bevor es weiter nach Jeffreys Bay geht.

Dort können Nachmittag und Abend bei einem Spaziergang entlang des Sandstrandes und in einem der zahlreichen Restaurants rund um die Diaz Road entspannt ausklingen. Wer surfen möchte, findet in dem Ort beste Voraussetzungen dazu – und zweifellos viele Gleichgesinnte. Schließlich ist Jeffreys Bay für seine Surfspots international sehr geschätzt.

Nach einer Übernachtung im Wohnmobil, beispielsweise auf dem direkt am Meer gelegenen Jeffreys Caravan Park, beginnt schließlich die Tour zur letzten Stadt der Garden Route-Rundreise: Port Elizabeth. Eine knappe Stunde Fahrzeit ist nötig, um die Metropole mit ihren über dreihunderttausend Einwohnern zu erreichen. Um die Sehenswürdigkeiten vor Ort zu erkunden, sollten zwei Tage bzw. Nächte eingeplant werden. Zu den besuchenswerten Orten im Zentrum der Stadt zählt beispielsweise der Panoramaussichtspunkt Donkin Reserve mit seinem Leuchtturm. Kunstinteressierte sollten das Nelson Mandela Metropolitan Art Museum aufsuchen, das südafrikanische Kunstwerke verschiedener Stile präsentiert.

Wer Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum erleben möchte, sollte die rund einstündige Fahrt von Port Elizabeth in den Addo Elephant-Nationalpark auf sich nehmen. Im größten Nationalparks des Ostkaps sind über vierhundert der faszinierenden Dickhäuter beheimatet. Grund genug, den Park in aller Ruhe zu durchqueren und den Tieren so nah zu kommen, wie kaum anderswo in freier Natur. Für die Übernachtungen in oder um Port Elizabeth eignet sich zum Beispiel der Campingplatz Sleepy Hollow südwestlich der Stadt. Direkt im Addo Elephant-Nationalpark findet sich zudem das Addo Main Camp, das ebenfalls Platz für Wohnmobile bietet.

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Jeffreys Bay
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Leuchtturm am Cape Recife
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© Britz
Unterwegs mit dem Camper

Planung der Tour über die Garden Route

Auf diesen rund zwei Wochen in Südafrika warten somit einige Erlebnisse, Sehenswürdigkeiten und mit Sicherheit viele tierische Begegnungen. Bereiten Sie sich im Voraus der Reise schon gut auf die Region vor und überlegen Sie sich, auf welche Gegenden und Aktivitäten Sie Ihre Schwerpunkte legen möchten.

Zwar gibt es im Land viele Campgrounds, viele davon sind jedoch im Vergleich zu denen in beispielsweise Kanada oder den USA eher klein. Dementsprechend ist es – besonders in den Ferienzeiten – ratsam, möglichst viele Plätze online vorzubuchen. Mit ein wenig Glück lassen sich vor Ort spontan noch Stellplätze finden, wer jedoch sicher gehen möchte, bucht besser zeitig vor der Reise.

Das passende Wohnmobil für Ihre Südafrika-Rundreise über die Garden Route finden Sie auf der Webseite von CU | Camper. Im Suchbereich können die einzelnen Übernahmeorte und Daten ausgewählt werden. Im nächsten Schritt können Sie verschiedene Camper-Modelle vergleichen und mit nur wenigen Klicks direkt buchen. Somit steht einem unvergesslichen Urlaub in einem Traumland nichts mehr im Wege!