Mystischer Dartmoor-Nationalpark

Fotograf: Paul Nash

Südengland ist ein geschätztes Reiseziel – auch und gerade mit dem Wohnmobil. Die unterschiedlichen Landschaften, die sich während eines Südengland-Roadtrips entdecken lassen, sorgen für traumhafte Reiserouten. Dabei haben die meisten Urlauber zunächst die Küstenabschnitte mit ihren Seebädern oder die raue Küste Cornwalls vor Augen. Doch ein weiteres lohnenswertes Ziel findet sich zwischen ihnen in der Grafschaft Devon. Dabei handelt es sich um den Dartmoor-Nationalpark, ein von vielen Gewässern durchzogenes Hochmoor, das für seine mystischen Landschaften bekannt ist. Während das Areal in vergangenen Jahrhunderten vorrangig als königliches Jagdgebiet galt, können heute Besucher aus aller Welt die beinahe magischen Landschaften genießen.

Das Schöne dabei ist, dass es für einen Besuch im Dartmoor-Nationalpark kein ‘falsches’ Wetter gibt.

Zeigt sich Südenglands Wetter von seiner prächtigen Seite, kann der Blick durch malerische Landschaften schweifen. Sind hingegen Nebel oder gar Regen tonangebend, lohnt sich eine Entdeckungstour trotzdem – natürlich mit entsprechender Kleidung. Für viele ist das geheimnisvolle, von Nebelschwaden durchzogene Dartmoor fast noch eindrucksvoller als bei schönem Wetter. Kein Wunder, dass über die Jahrhunderte dutzende Schauergeschichten in der Region ihren Ursprung fanden. 

Seit 1951 erfüllt der Nationalpark die Aufgabe, die Natur vor Ort zu schützen. Entsprechend rücksichtsvoll sollten Besucher mit ihr umgehen. Nicht nur die vielen Flüsse und Seen sind eine Besonderheit vor Ort. Großer Beliebtheit erfreuen sich die sogenannten ‘Tors’. Die Granitfelsen tummeln sich vielfach im Gebiet des Nationalparks und zeigen sich dabei in unterschiedlichsten Formen. Besonders kleine und große Kletterkünstler können sich deshalb an den bis zu zehn Meter hohen Gebilden erfreuen. Eine beliebte Anlaufstelle ist das ‘Combestone Tor’, von dem aus sich ein kilometerweiter Ausblick ergibt.

Für Camperreisende ist das Areal des Nationalparks ein idealer Zwischenstopp für zwei bis vier Tage. Besonders viel Zeit sollten all jene mitbringen, die gerne wandern. Das bietet sich schließlich auf den insgesamt über siebenhundert Kilometern Wanderwegen im Nationalpark sehr gut an. 

Combestone Tor beim Sonnenuntergang

Natur und Geschichte im Dartmoor-Nationalpark

Die längste Steinreihe der Welt – nämlich über fast dreieinhalb Kilometer – ist die ‘Upper Erme Stone Row’. Sie besteht aus rund eintausend Steinen, die sich über Wiesen und sogar durch kleine Orte schlängeln. Da in den angrenzenden Lagen keine Felsvorkommen bestehen, ist die genaue Entstehung bis heute rätselhaft.

Das Okehampton Castle

Für Archäologen war und ist das Dartmoor generell von großer Bedeutung. Schließlich siedelten in der Region, die größer als das Bundesland Berlin ist, schon vor tausenden Jahren Menschen. Teils kleinste Ruinen und Hinterlassenschaften gaben so bereits Auskunft über das Leben in früher Vergangenheit. Größere Ruinen finden sich ebenfalls vielfach. Zum Beispiel das am nördlichen Ende des Nationalparks gelegene Okehampton Castle ist mit seinen Mauerresten eine viel besuchte Anlaufstelle. Aber auch noch intakte Bauten sind vor Ort zu finden. Da der Dartmoor-Nationalpark von mehreren bis heute bewohnten Ortschaften durchzogen ist, lassen sich auch einige interessante und bewirtschaftete Gebäude finden. Zu ihnen zählt unter anderem das ‘Castle Drogo’ einige Kilometer weiter südöstlich. 

Das Castle Drogo

Es sind nicht wenige Orte, die das Dartmoor umfasst. Viele von ihnen sind sehr klein und bestehen nur aus kleinen Siedlungen. Sie alle verfügen jedoch über einen gewissen Charme, der sich nahtlos der ursprünglichen Landschaft anzuschließen scheint. Viele Ortschaften verfügen über kleine Cafés, Bars oder Boutiquen, sodass es überall etwas zu entdecken gibt.

Selbst kleinere Supermärkte sind im Nationalpark beheimatet. Das ist besonders angenehm, um nicht direkt zu Beginn der Wohnmobilrundreise einen Großeinkauf erledigen zu müssen (was sich aber durch die oftmals günstigeren Preise in größeren Städten dennoch lohnt).

Wer ein Fahrrad an Bord hat, kann verschiedene Regionen des Dartmoor hervorragend auf diese Weise entdecken. Eine beliebte Route ist dabei der ‘Granite Way’, der sich über knapp achtzehn Kilometer durch den Nordwesten des Nationalparks schlängelt.

Dartmoor Steinbruch in Devon

Sehenswertes rund um den Dartmoor-Nationalpark

Westlich des Dartmoor-Nationalparks liegt mit Cornwall eine der landschaftlich attraktivsten Regionen Englands. Die schroffen Küsten, kleine Fischerorte und verschiedenste Strandabschnitte haben schon viele Besucher verzaubert.

Und nicht nur die: Schriftstellerin Rosamunde Pilcher hat der Region vermutlich ein einzigartiges Denkmal gesetzt.

Regelmäßig werden einige der schönsten Ecken Cornwalls in den Verfilmungen ihrer Werke in Szene gesetzt. Nicht selten schaffen es die Landschaften und großzügige Villen auf die Bildschirme von Millionen Haushalten. Am Schönsten ist Cornwall ohne Frage dennoch live vor Ort. 

Berühmter Küstenabschnitt in St. Agnes, Cornwall

Mit Plymouth liegt südwestlich des Dartmoor-Nationalparks eine ansehnliche Hafenstadt. Entsprechend bietet sich ein mindestens eintägiger Ausflug dorthin an. Rund um den Hafen, der einer der größten Marinehäfen Europas ist, lohnt sich eine Erkundungstour ebenso wie in der Innenstadt. Dort tummeln sich besonders rund um die Southside Street / The Barbican dutzende Restaurants und Cafés. Die historische Zitadelle von Plymouth ist eine weitere Anlaufstelle, an der ein kleiner Zwischenstopp lohnt. 

Die Hafenstadt Plymouth

Das Klima der Region ist für englische Verhältnisse relativ mild. Daher lohnen sich alle wärmeren Monate des Jahres für einen Roadtrip. Beachtet werden sollte im Voraus der Reise, welche Campgrounds zur geplanten Reisezeit geöffnet haben. Fällt die Tour in Ferienzeiträume, bietet es sich an, diese nach Möglichkeit im Voraus zu buchen.

Gleich mehrere Campingplätze finden sich im Dartmoor-Nationalpark. Zumeist fallen die oft familiengeführten Campgrounds vergleichsweise klein und einfach aus. Für normale Ansprüche und die meist nicht allzu lange Anzahl an Nächten vor Ort sollte dies jedoch kein Problem darstellen. Im Gegenteil: Auf den persönlicheren Plätzen fällt es in der Regel einfacher, Kontakt zu einheimischen Betreibern oder anderen Gästen herzustellen und so noch mehr über die Region zu erfahren. Jedoch gibt es auch einige größere Anlagen, die wir im Folgenden vorstellen. 

Nebeldecke über Dartmoor an einem Herbstmorgen

Campingplätze im Dartmoor-Nationalpark

Im Westen des Nationalparks ist beispielsweise die ‘Tavistock Camping and Caravaning Club Site’ eine passende Option für Camperreisende. In bezaubernder Landschaft sind rund siebzig Stellplätze auf einem einladenden Areal verfügbar. An Ausstattung mangelt es nicht, wodurch der Campingplatz eine der beliebtesten Optionen innerhalb des Dartmoor darstellt. Bereits wenige Schritte vom Platz entfernt lässt sich ein weitläufiger Blick auf die Umgebung genießen. 

Der Vista von Bunk Campers

Wenige Kilometer weiter südlich bietet der ‘Dartmoor Caravan Park’ ein ähnlich ansprechendes Gelände. Zwar ist die Gegend drumherum etwas besiedelter. Dennoch können mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß relativ schnell besondere Orte erreicht werden. Dazu zählt auch die rund zwei Kilometer entfernte ‘Buckland Abbey’. Der Campingplatz besticht ebenfalls durch seine gute und gepflegte Ausstattung sowie durch seine mit Hecken getrennten, großflächigen Stellplätze. 

Buckland Abbey im Herbst

Auch in den östlichen Gefilden des Dartmoor finden sich Campingplätze. Einer von ihnen ist der ‘River Dart Country Park’. Dessen Gelände wiederum findet sich in einsamer Lage. Allerdings sorgen einige kleine und größere Geräte dafür, dass sich die Umgebung wie ein großer Abenteuerspielplatz präsentiert. Mit knapp zweihundertfünfzig Stellplätzen fällt der Platz für die Region regelrecht riesig aus. 

Das passende Wohnmobil für Ihre Tour in den Dartmoor-Nationalpark können Sie auf der Webseite von CU | Camper in nur wenigen Schritten online buchen. Dabei ist eine Fahrzeugübernahme beispielsweise in Bristol möglich, das nördlich der Region gelegen ist. Wer etwas mehr Zeit mitbringt und eine Rundtour durch Englands kompletten Süden unternehmen möchte, kann das Wunschfahrzeug alternativ ab London übernehmen. Überzeugen Sie sich selbst von einer spannenden und malerischen Region im Süden Englands. Wir wünschen eine tolle Reise und unvergessliche Erlebnisse!

England
Den Dartmoor-Nationalpark während des Camper-Urlaubes erkunden

Flexibel im eigenen Tempo unterwegs sein.

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