Die schönsten Konzertsäle der USA

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Carnegie Hall in New York City

Fortissimo

Mickey Maus, Rock’n’Roll, Hollywood: Wenn von amerikanischer Kultur die Rede ist, fallen schnell diese Schlagworte.

Als ob die USA nur Pop-Kultur hervorgebracht hätten! Das ist natürlich grundfalsch, vielmehr bieten die Vereinigten Staaten eine Riesenauswahl an kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Mit amerikanischen Museen haben wir uns bereits beschäftigt, nun wollen wir uns den großen Konzertsälen widmen.

Symphony Hall (Boston)

Die bereits im Jahr 1900 eröffnete Boston Symphony Hall gilt als Konzerthalle von Weltrang. Die Architektur lehnt sich an die Renaissance an, als Vorbild diente das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Leipziger Gewandhaus. Die Akustik ist sensationell; die Halle war eine der weltweit ersten, bei deren Konstruktion wissenschaftliche Untersuchungen zu akustischen Prinzipien angewendet wurden.

Symphony Center (Chicago)

Heute ist der Konzertsaal Teil des Symphony Centers, der zudem die Buntrock Hall, den Grainger Ballroom sowie ein Restaurant und mehrere Büroräume beherbergt. Nachdem Kritiker jahrzehntelang die etwas schwachbrüstige Akustik bemängelten, führte eine gründliche Überholung der Orchestra Hall zwischen 1995 und 1997 zu einer deutlichen Verbesserung.

1904 öffnete die Orchestra Hall in Chicago ihre Pforten.

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Skyline von Chicago und Boston

Meyerson Symphony Center (Dallas)

Das Morton H. Meyerson Symphony Center ist die einzige Konzerthalle, die der Stararchitekt I. M. Pei entwarf – von ihm stammt unter anderem auch die Glaspyramide am Pariser Louvre.

Der Klang in dem 1989 eingeweihten Konzertsaal, der Eugene McDermott Concert Hall, ist sagenhaft – Akustik-Papst Russell Johnson lieferte ganze Arbeit ab.

Kauffman Center for the Performing Arts (Kansas City)

Optisch spektakulär kommt der 2011 eröffnete Kauffman Center for the Performing Arts daher. Der modernistische Architekt Moshe Safdie entwarf den Komplex in Form zweier riesiger Muscheln. Das Kauffman Center beinhaltet zwei Säle: das Muriel Kauffman Theatre (1.800 Plätze) und die Heizberg Hall (1.600 Plätze). Beide Auditorien glänzen mit einem vorzüglichen Klang.

Walt Disney Concert Hall (Los Angeles)

Ein Gebäude aus Stahl, in der Form eines Segelschiffes, dessen Umrisse sich biegen und wellen: Die Walt Disney Concert Hall ist ein spektakulärer Wurf von Stararchitekt Frank Gehry.

Das Äußere des 2003 eröffneten Baus lieferte Anlass zu vielen hitzigen Diskussionen, die Akustik vom Japaner Yasuhisa Toyota stieß dagegen auf einhellige Zustimmung.

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Los Angeles

New World Center (Miami Beach)

Frank Gehry (siehe Walt Disney Concert Hall) entwarf auch das New World Center in Miami Beach. Hier wollte Gehry erreichen, dass das Publikum „mitten in der Musik“ sitzt. Dafür entwarf er einen bewusst kleinen Konzertsaal (756 Plätze), der die Zuschauer nah an den Musikern platziert. Auf die großen Akustiksegel an der Decke lassen sich Bilder projizieren, die die Musik untermalen.

Eine ausgezeichnete Akustik sorgt dafür, dass neben Schaulustigen auch ernsthafte Klassikliebhaber auf ihre Kosten kommen.

Schermerhorn Symphony Center (Nashville)

Ein wuchtiger Bau im klassizistischen Stil, innen vollgestopft mit modernster Bühnentechnik: Das ist das 2006 eröffnete Schermerhorn Symphony Center in der Country-Musik-Hochburg Nashville. Herzstück des Gebäudes ist die Laura Turner Concert Hall mit gut 1.800 Sitzplätzen, in der bewegliche Paneele für eine der jeweiligen Veranstaltung angepasste Akustik sorgen.

Carnegie Hall (New York)

Die New Yorker Carnegie Hall ist das berühmteste Konzerthaus der USA. Der im italienischen Renaissance-Stil entworfene Ziegelsteinbau wurde 1891 eröffnet, zur Premiere kam der russische Komponist Peter Tschaikowsky. Der größte Saal, das Isaac Stern Auditorium, bietet auf fünf Ebenen Platz für 2.800 Zuschauer.

New York mit seiner Rolle als Kulturmetropole der US-Ostküste ist auch Heimat für weitere bedeutende Konzerthäuser wie die David Geffen Hall und die Radio City Music Hall. Mit dem Metropolitan Opera House („Met“) befindet sich zudem eines der berühmtesten Opernhäuser der USA in New York.

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New York City

Academy of Music (Philadelphia)

Die „Grand Old Lady of Broad Street“ wurde nach dem Vorbild der Mailänder Scala entworfen, seit einer umfassenden Restaurierung 2007 erstrahlt auch die Inneneinrichtung mit ihren Kronleuchtern, Fresken und goldenen Ornamenten wieder wie vor 150 Jahren.

Das älteste Opernhaus der USA steht in Philadelphia: Die Academy of Music ist seit ihrer Eröffnung im Jahr 1857 in Betrieb.

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