In 15 Tagen um die Nordinsel Neuseelands

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So eine Aussicht auf das Meer ist in Neuseeland alle paar Meter üblich

In Neuseeland gibt es sehr viel zu sehen und bei der Planung ist zu bedenken, dass für die Fahrten längere Zeiten eingeplant werden müssen, als wir es von Deutschland gewöhnt sind. Deshalb haben wir uns in dem vorgegebenen Zeitfenster auf die Nordinsel beschränkt.

Zur Planung hatten wir Iwanowski’s Reiseführer, der sehr informativ war und uns bei Planung und Durchführung sehr geholfen hat. Wir haben uns Route und mögliche Campingplätze bereits vorher überlegt, das spart während der Reise wertvolle Zeit. Für die Fahrt hatten wir außerdem einen Autoatlas von Neuseeland, den wir aber wegen des recht guten Navis im Camper – bis auf eine Ausnahme – nicht wirklich gebraucht haben.

Vorbereitung

Aus dem Reiseführer hatten wir den Hinweis, dass es jedes Jahr an jenem Samstag, der St. Patricks Day (17.03.) am nächsten ist, eine Maori Regatta in alten Kriegskanus in Ngaruawahia, nördlich von Hamilton ausgetragen wird. Um diesen Termin haben wir unsere Fahrt herumgeplant, weshalb und wegen des doch etwas reduzierten Aufnahmevermögens nach dem langen Flug die Anfangsetappen recht überschaubar waren. Das Online-Voreinchecken beim Camperverleih spart Zeit; es ist unbedingt zu empfehlen!

Wir hatten schon einen Tag in Auckland zur Besichtigung (Skytower, Hafen und Einkaufsstraße), so dass die Besichtigung von Auckland hier nicht mehr so ausführlich ist. Übrigens: 100 Meter vom Skytower entfernt liegt der AA, der neuseeländische Automobilclub, bei dem man sich als ADAC-Mitglied kostenlos mit Karten eindecken kann. Wir sind in den 15 Tagen ca. 3.000 km gefahren und haben sehr viel gesehen.

Reisetour

Donnerstag, 15.03.

8:45 Uhr Eintreffen bei der Verleihstation. Wir lassen uns den Camper erklären, das Navi auf Deutsch einstellen und das WiFI, das auf dem Navi installiert ist aktivieren, machen die Bestandsaufnahme und den Vertragskram. Dann fassen wir Vorräte aus Regal und Kühlschrank, was die Kunden aus ihren übriggebliebenen Vorräten bestücken, nehmen noch einen praktischen Plastikkorb mit und sind um 10:30 Uhr auf der Straße. Wir haben den Auckland North Shore Motels and Holiday Park ins Navi eingegeben und lassen uns vom Navi führen.

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Einer der von uns besuchten Campgrounds

Nach dem Einchecken und Einrichten dort fahren wir mit dem Bus nach Auckland, steigen in einen anderen Bus um zum Museum. Sehr empfehlenswert und beeindruckend!

Auf dem Rückweg noch ein bisschen durch die Stadt, denn der Anschlussbus fährt in der Rushhour nicht. Zu müde zum Kochen? Es gibt einen akzeptablen Chinesen/Vietnamesen beim Campingplatz um die Ecke.

Freitag, 16.03.

Wir sind früh wach und frühstücken unterwegs bei Subway auf dem Weg nach Hamilton. In Huntly bei I-Site Visitor Center direkt neben dem Highway versuchen wir nähere Informationen über die Regatta zu bekommen. Es scheint ein Geheimtipp zu sein, denn dort weiß man nichts, zieht aber Infos aus dem Internet: Eintritt ab 9:00 Uhr, Regatta ab 11:00 Uhr, direkt morgen am St. Patricks Day. Wir kaufen ein und fahren zum Hamilton City Holiday Park, einem recht guten Campingplatz.

Zu Fuß (2,5 km) geht es dann ins Stadtzentrum. Für einen Drink setzen wir uns auf eine Terrasse am Waikato River. Ein Fußmarsch führt uns am Fluss entlang– schöne ursprüngliche Flusslandschaft – und dann durch den Ort zum Busbahnhof. Wir fragen uns durch und nehmen den Bus zurück zum Campingplatz. Der Grill kostet 2 NZ$, leider haben wir uns die Funktion nicht erklären lassen und die Rezeption hat dann schon geschlossen. Also gibt es Steak aus der Pfanne in der Gemeinschaftsküche: Geht auch.

Samstag, 17.03.

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Maori Regatta in alten Kriegskanus in Ngaruawahia

Nach dem Frühstück fahren wir gen Norden nach Ngaruawahia. Etwas spärlich aber doch ausgeschildert (den Schildern zum Versammlungshaus folgen) geht es zum Fluss zur Regatta und dem Festplatz. Für den Eintritt bekommt man einen Stempel auf die Hand (für Senioren Eintritt frei!). Es ist ein großes Fest mit Kinderbelustigung, vielen authentischen Kunsthandwerkerständen, Essbuden und Ständen von verschiedenen Maoristämmen sowie sozialen Projekten.

Wir kommen gerade richtig, um zu sehen, wie die Maoris sich vor dem Start zu einer Andacht versammeln. Sie steigen in fünf prächtige alte und schön geschmückte Kriegskanus ein. Jeweils etwa 25 Personen: ein Steuermann, ein „Häuptling“ als Einpeitscher, ein oder zwei Jungs zum Wasserschöpfen und der Rest am Paddel. Die Kriegsrufe, die rhythmischen Sprechchöre und Paddelklopfer sind beeindruckend.

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Die St. James Church in Te Awamutu

Die Kanus sind schnell – auch gegen die Strömung auf dem Fluss. Es dauert eine ganze Weile, bis sie zurückkommen. Als sie nach dem Zieleinlauf an der für die Honoratioren aufgebauten Tribüne eintreffen, grüßen sie diese natürlich mit den Kriegsgrimassen.

Wir beobachten noch kleinere Kanus am Start mit 5-8 Mann; Die Frauen tanzen dazu in schwarzen Gewändern die typischen Tänze. Es ist ein Fest von Maoris für Maoris und nicht touristisch aufgezogen. Das Publikum ist weit überwiegend Maori.

Auf dem HW1 geht es anschließend nach Süden über Hamilton nach Te Awamutu. Dort gibt es einen prächtigen Rosengarten. Die sehenswerte St. Jones Kirche ist leider zu und der Schlüssel nicht wie auf dem Schild angekündigt beim gegenüberliegenden Visitor-Center hinterlegt, sondern im Pfarrbüro, das aber schon geschlossen ist.

25 Kilometer weiter am HW 3 liegt Otorohanga. Am Ortseingang liegt das Kiwi House.

Dort kann man die nachtaktiven Kiwis tagsüber sehen, weil sie in einem Nachtgehege gezeigt werden.

Gut zu wissen

Es gibt auch jede Menge andere NZ-Vögel zu sehen, auch Geckos und einheimische Bäume mit Erklärungen dazu, welche Maori Stämme welches Holz wozu genutzt haben. Sehr empfehlenswert!

Wir fahren weiter (gegen die Ansage des Navi, das den Weg nicht kennt!) nach Waitomo zum Top 10 Holiday Park (Platz empfehlenswert), checken ein und besorgen für den nächsten Morgen Tickets für die Glühwürmchenhöhle (Im Camperpreis ist ein Eintritt enthalten). Im Restaurant nebenan gehen wir zum Abendessen und haben von der Terrasse einen schönen Blick in die Landschaft.

Sonntag, 18.03.

Wir machen uns reisefertig und fahren zur Glühwürmchenhöhle. Von der Führung verstehen wir nur etwa 30 %, das Englisch ist wirklich sehr eigen! Wir wandern durch die Höhle in einen großen Raum (Kathedral) mit super Akustik. An einer anderen Stelle sehen wir die Fäden der Glühwürmchen und schließlich fahren wir mit dem Boot auf dem unterirdischen See und sehen tausende leuchtend hellblaue Glühwürmchen an der Decke – wirklich beeindruckend!

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Die Glühwürmchen-Höhlen in Waitomo

Weiter Richtung New Plymouth zunächst nach Te Kuiti. Das sehr schöne Versammlungshaus wird leider gerade renoviert, also weiter. Durch malerische Landschaften fahren wir über Awaikino nach Mokau, wo wir das kleine sehenswerte Heimatmuseum mit Art Galerie besuchen. Der örtliche Metzger nebenan ist sehr zu empfehlen: Das Rumpsteak war riesengroß und superzart! Wir fahren weiter und machen einen Abstecher zu den Whitecliffs. Das lohnt sich wirklich: die Kombination von schwarzem Sand und weißen Klippen ist bizarr!

Der nächste Stopp an der sehr schönen Route ist Mike’s Organic Brewery. Man sitzt auf der schönen Gartenterrasse und kann eine Bierprobe (4 verschieden Biere nach Wahl) genießen. Weiter geht es nach New Plymouth zum Belt Road Seaside Holiday Park: Ein schöner Campingplatz direkt am Meer. Grillutensilien gibt es an der Rezeption zum Ausleihen und der Grill funktioniert wunderbar.

Montag, 19.03.

Wir brechen auf Richtung Mt. Taranaki im Egmont Nationalpark. Dazu fahren wir den inneren Ring, immer den Mt. Taranaki im Blick, der sein Haupt – wie immer – in Wolken hüllt. Es geht durch ein Weidegebiet mit vielen kegelartigen kleinen Hügeln. Wir zweigen ab zu den Dawson Falls – eine anspruchsvolle und landschaftlich sehr interessante Strecke durch den Regenwald.

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Eindrücke unseres Ausfluges

Der erste Gang führt uns zu einer Aussichtsplattform mit einem tollen Blick auf den Mt. Taranaki (in Wolken) und bis aufs Meer. Dann gehen wir zu den Wasserfällen: Zuerst auf eine Aussichtsplattform und dann 203 sehr unterschiedliche teils enge, feuchte und hohe Stufen zum Fuß des 18 Meter hohen Wasserfalls. Die Ausblicke sind lohnend und der Weg durch den Regenwald auch. Unsere Weiterfahrt führt uns über Eltham und Hawera nach Wanganui, wo wir im River Top 10 Holiday Park einchecken.

Wellington, Taupo und die Thermalquellen

Dienstag, 20.03.

Es geht Richtung Lower Hutt bei Wellington, wo wir nach einer Fahrt gegen das Navi, das die neue Strecke offenbar noch nicht kennt, gegen Mittag auf dem Campingplatz Top 10 Holiday Park eintreffen. Nach dem Einchecken nehmen wir den Bus nach Wellington – klappt prima. In der Nähe der Cable-Car-Station steigen wir aus und fahren mit der Bahn rauf. Eine schöne Tour und eine grandiose Aussicht oben.

Wir fahren wieder runter, machen einen Bummel zur Waterfront, genießen dort Aussicht und Seeluft, bummeln weiter durch die Stadt zur Cuba Street und kehren im Olives ein, einem kleinen französisch/italienischen Restaurant mit schönen Sitzplätzen im Hof. Die Rückfahrt mit dem Bus ist etwas abenteuerlich, weil er eine andere – längere – Strecke fährt. Mit vereinter Hilfe von Fahrgästen und Busfahrer kommen wir aber wieder wohlbehalten zurück.

Mittwoch, 21.03.

Wieder mit dem Bus nach Wellington. Wir sehen uns den Bahnhof und die Regierungsgebäude an und fahren weiter zur Cable Car. Diesmal nehmen wir one Way und spazieren durch den botanischen Garten zum Begoniahouse (Cafepause), über den alten Friedhof, die Brücke über die Stadtautobahn in die Stadt hinunter (sehr zu empfehlen).

Wir nehmen den Bus zum Museum Te Papa (Eintritt frei!). Es gibt interessante Ausstellungen; Wir suchen nach dem Erdbebensimulator, der etwas versteckt ist. Nach mehreren Nachfragen finden wir ihn und gehen in das Zimmer, wo ein Erdbeben der Stärke 2 simuliert wird: man wird ganz schön durchgeschüttelt. Auch die Aufnahmen von Erdbebenspalten und -schäden, die Entstehung der Kontinente, die Erdkugel mit den tektonischen Platten – alles sehr interessant und gut erklärt. Wir streifen wieder durch die Stadt und machen eine Rast im russischen Pravda Café/Bar (sehenswert!). Mit dem Bus geht es zurück zum Campingplatz. Das Wetter ist nicht BBQ-geeignet; wir brutzeln heute in der Gemeinschaftsküche.

Donnertag, 22.03.

Es regnet in Strömen. Wir fahren Richtung Napier, sparen einige Besichtigungspunkte aus und fahren wegen des Wetters auch nicht die schöne Strecke durch die Berge, denn dort hängen die Wolken. Eine Cafépause gibt es in einem französischen Café in Caterton. Kurz vor Hastings erscheint ein Silberstreif am Horizont.

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Einer von Neuseelands schwarzen Sandstränden

In Napier regnet es nicht. Man kann in der Gegend Weinproben auf den Weingütern (z. B. Mission Estate Winery) machen, für Weinfreunde zu empfehlen! Wir checken im Kennedy Park Camping ein. Von dort laufen wir 30 Minuten in den Ort. Es gibt hübsche Art Deco Häuser, viele Parks, die schöne Uferpromenade und schwarzen Sandstrand. In Charlie’s Art Deco Restaurant in der Emmerson Street (Fußgängerzone), einem winzigen Lokal, das eine Chinesin führt, haben wir ein köstliches Essen zu akzeptablen Preisen. Danach geht es mit dem Taxi zurück zum Campingplatz.

Freitag, 23.03.

Fahrt Richtung Taupo: Grandiose Landschaft und viele Scenic Views. Wir machen einen Abstecher zu den Waipunga Falls hinauf. In Taupo buchen wir im i-Site Visitor Center eine Bootstour auf dem Taupo Lake und checken dann im Holiday Ressort ein (Top 10 Ermäßigung; Bester Campingplatz der Tour!).
Die Bootstour führt ein Stück über den großen See, man kann Regenbogenforellen angeln (ist nur für den Eigenverbrauch zulässig) und sieht die von Maoris 1990 in die Felsen gehauenen Figuren. An Bord gibt es Kaffee, Tee und Wasser, einen Muffin und zum Schluss einen Keks mit geräucherter Forelle.
Nach der Bootstour fahren wir zu den Huka-Falls: Hier fließt der Waikato River in Katarakten schäumend durch einen 15 Meter schmalen Canyon und ergießt sich schließlich in einem breiten Wasserfall.

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Felszeichnungen der Maoris

Nach einem Bummel durch Taupo geht es zu unserem super Campingplatz, wo wir einen Cocktail an der Poolbar nehmen und schließlich das super saubere und gut funktionierende BBQ nutzen.

Samstag, 24.03.

In Taupo gibt es heute einen sehenswerten kleinen Markt mit viel Bauernprodukten (deutsches Brot!) und Kunsthandwerk (samstags sollte man immer nach Märkten Ausschau halten).

Heute ist die brodelnde Vulkanlandschaft Thema. Wir fahren Richtung Rotorua und zweigen dann zu unserem ersten Stopp zum Wairakei Natural Thermal Valley ab. In dem Holzhaus am Eingang gibt es nicht nur Café und Snacks, sondern auch den Eintritt in den Park. Man bekommt ein digitales Thermometer und eine eingeschweißte Wegbeschreibung in die Hand gedrückt, die man am Ende wieder abgibt und los geht es auf den engen Pfaden durch die natürliche Vulkanlandschaft. Die dampfenden Quellen und Löcher sind sehenswert. Man kann mit dem Thermometer überall messen und feststellen wie heiß die Erde oder der entweichende Dampf ist.

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Einige Impressionen des Wairakei Natural Thermal Valleys

Der Trail geht 30 Minuten. Das ist nicht nur für Kinder ein Riesenspaß und ebenso lehrreich wie die Erklärungen auf der Beschreibung. Draußen gibt es Hühner, Perlhühner, Pfauen, Enten, Lamas, drinnen Katze und einen Hund.

Nächster Stopp, ein Abzweig vom Highway nach Rotorua, ist Wai-o-tapu Thermal Wonderland, ein unter Naturschutz stehendes Gebiet mit geothermalen Quellen, Kratern, Pools und Siliziumoxidterrassen. Man bekommt auch hier einen Zettel mit Beschreibung in die Hand und hat die Wahl, verschieden lange Touren zu gehen. Die Wege sind sehr interessant und abwechslungsreich und es gibt dampfende Löcher, Schlammtümpel, Teufelshöhlen, den prickelnden „Champagnerpool“, Krater mit siedendem Wasser und die verschiedensten Farben in der durch die Vulkantätigkeit geformten Landschaft zu sehen.

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In Rotorua buchen wir im i-Site Visitorcenter eine Maori Show mit Hangi-Essen für den Abend und fahren weiter zum Blue-Lake-Campingplatz außerhalb von Rotorua und seinen Schwefeldünsten. Der Platz ist guter Standard, nur die Beleuchtung ist sehr schlecht.
Abends fahren wir zur Show. Zuerst gibt es eine Einführung in die Sitten und Gebräuche der Maori. Dann verschiedene Tänze von Frauen und Männern und schließlich das Hangi Essen, dessen Zubereitung vorher schon in der großen in die Erde eingelassenen Eisenpfanne, die mit heißen Steinen bedeckt wird, bewundert werden konnte.
Später können wir noch einen Geysir besichtigen (es regnet, wir werden mit einem Bähnchen hingefahren). Leider ist er beleidigt und spuckt nicht – vielleicht mag er den Regen auch nicht.

Coromandel Halbinsel

Sonntag, 25.03.

Ruhetag: Besuch des Polynesian Spa in Rotorua. Heiße Pools mit verschiedenen Temperaturen und verschiedenen Mineralien, alles draußen mit Blick auf den See. Nach zwei Durchgängen und Ruhephasen sind wir erholt und porentief rein. Wir nutzen Waschmaschine und Wäschetrockner auf dem Campingplatz und abends das BBQ.

Montag, 26.03.

Heute ist der erste Stopp auf dem Weg zur Coromandel-Halbinsel der Hells Gate Vulkanpark bei Tikitere. Hier sind die Quellen meist nach den von George Bernhard Shaw vergebenen Namen benannt. Man bekommt einen deutschen Führer und kann verschieden lange Fußtouren machen.

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Unterwegs auf den Straßen der Nordinsel Neuseelands

Wir gehen eine Stunde durch das Gebiet. Auch hier gibt es Schlammpools und -vulkane, Thermalwasserfälle, dampfende Klippen, einen kalten Bach, verschiedene heiße Pools und das Schwefelkristall-Tal. Die geothermalen Gebiete sind immer wieder beeindruckend!

Wir fahren weiter Richtung Ostküste, an Tauranga vorbei nach Katikati. Dort sehen wir uns die Wandbilder dieser angeblich schönsten Kleinstadt Neuseelands an. Weiter geht’s über Whangamata, Tairua und im strömenden Regen Richtung Whitianga. Den Hot Water Beach lassen wir wegen des Wetters und weil Flut ist rechts liegen. Auf der kurvigen Strecke durch die Berge kommt schließlich die Sonne wieder raus und eröffnet uns atemberaubende Aussichten.

Vorsichtshalber bestellen wir, als wir einen kurzen Stopp in Whitianga machen, den Campingplatz Shelly Beach Top 10 Holiday Park in Coromandel telefonisch vor, denn es wird heute sicher später. Das Meer hat eine sehr angenehme Temperatur, leider reicht die Zeit zum Baden nicht. Die Fahrt durch die Berge ist wirklich empfehlenswert wegen der großartigen Landschaft und Ausblicke. Etwa eine Dreiviertelstunde vor Sonnenuntergang sind wir da und checken ein. Dann fahren wir an die empfohlene Stelle, um den wunderbaren Sonnenuntergang über dem Meer zu sehen – leider schiebt sich eine Wolke davor.

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Der wunderschöne Sonnenuntergang 

Dienstag, 27.03.

Frühstück im Coromandel-Café, in welchem hübsche Bilder örtlicher Künstler hängen, die man auch günstig kaufen kann. Coromandel ist ein hübsches Städtchen aus der Goldgräberzeit mit einem Museum und einer noch funktionierenden Erzmühle.

Auf kurviger und wieder tolle Ausblicke bietender Straße geht es weiter nach Thames, wo ein Rundgang lohnt, denn es gibt eine schöne alte Kirche und ein paar alte Häuser. Wir fahren über Auckland nach Orewa, wo wir am Strand eine kleine Rast einlegen.

Heute soll es bis Pahia gehen an der Bay of Islands – eine lange Strecke. Also buchen wir bei Smiths Holiday Camp schon mal vor. In Kawakawa gibt es einen Stopp, weil wir natürlich die Hundertwasser-Toilette sehen (und nutzen) müssen: Nicht verpassen! Wir sind an diesem Tag 9 Stunden auf Tour, die Strecke ist kurvenreich aber sehr schön. Kurz vor 19 Uhr sind wir schließlich auf dem Platz, der klein aber schön und direkt am Meer gelegen ist mit sehr freundlicher Rezeption.

Mittwoch, 28.03.

Um 6:30 Uhr lugt die Sonne am Strand toll durch die Wolken. Dann fängt es wieder an zu regnen und wir fahren nach Kerikeri, wo man sich grob vorstellen kann wie toll es bei schönem Wetter aussehen könnte. In Whaitangi erwischen wir einen helleren Moment und genießen den Blick auf die Bucht. Whaitangi Treaty Grounds lassen wir angesichts des hohen Preises und unseres knappen Zeitbudgets aus.

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Weiter geht die sehr kurvige und auf und ab führende Strecke nach Awanui und Waipapakauri zum Ninety Mile Beach, der uns selbst bei trübem Wetter beeindruckt.
Wir haben dem Navi unser Ziel, den Campingplatz in Omapere (Oponi Beach Holiday Park), einprogrammiert und es führt uns zuverlässig eine schöne Strecke, die wir ohne Navi nie genommen hätten, an der Westküste entlang bis Kohukohu zur Fährstation.

Tatsächlich kommt auch die Fähre und bringt uns über den großen Fjord, den verschiedene Flüsse bis zum Hokianga Harbour gegraben haben, nach Rawene. Eine sehr empfehlenswerte Strecke und auch die Fährfahrt ist toll. Bis zum Campingplatz in Omapere ist es dann nicht mehr weit.
Der Platz ist etwas besonders, denn es gibt Ziegen und verschiedene Höhenlagen. Sonst ist er standardmäßig ausgestattet, aber die Wirtsleute sehr freundlich und hilfsbereit und die Lage einfach gut: Man kann die große Düne gegenüber sehen. Im Omapere Hotel 300 Meter weiter gibt es sehr gutes Essen, wenn man mal nicht kochen will.

Donnerstag, 29.03.

Die große Düne kommt langsam aus dem Nebel heraus und dann scheint grandios die Sonne. Wir fahren zum Scenic Lookout, der überwältigend ist (der schönste Ausblick auf der ganzen Tour, auf keinen Fall verpassen!): Auf der einen Seite der Blick zum Hokianga Harbour, den Fjord hinauf, dessen Ende man nicht sehen kann; Gegenüber die riesige Düne und auf der anderen Seite das Meer, das in grandioser Brandung schon draußen auf die Felsen trifft, aber auch den langen Sandstrand entlang zu sehen ist. Wir gehen ein Stück und sehen, dass es auch eine kleine Sandbucht gibt, zu der ein Fußweg führt.

Weiter geht’s durch herrliche Landschaft zum Waipoua Kauri Forest. Beim ersten Hinweisschild halten wir, gehen durch die Schuhreinigungsstation etwa 5 Minuten auf dem markierten Weg in den Wald und da steht zwischen Farnbäumen und anderen Pflanzen ein schönes Exemplar des „Tane Mahuta“, ein Kauri Gigant (56 Meter hoch mit ca. 13 Metern Umfang, 1200 bis 2000 Jahre alt).

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Kleine Kunsthäuser im Hundertwasser-Stil

Wir fahren weiter, um kurz danach wieder zu einem Kauri-Weg zu kommen. Auch hier durch die Schuhreinigungsstation, an gigantischen Bäumen vorbei zu einer Gruppe Kauris, die 4 Sisters, und weiter zu einem etwa 3000 Jahre alten Kauri, dem Te Mahuta Ngahere, dem „Vater des Waldes“. Der Besuch des Waipoua Forest ist unbedingt zu empfehlen! Am Ausgang des Parks führt die Straße zwischen zwei beeindruckenden Kauribäumen durch.

Weiter geht es die Westküstenstraße entlang bis Ruawei. Regen und Sonne wechseln sich ab. Die Straße führt oft auf dem Bergkamm, so dass man links und rechts weit in die Landschaft sehen kann. In Ruawei bewundern wir den riesigen Wairoa River und die Wasserstandsanzeigen. Wir fahren an den gigantischen Einbuchtungen des Kaipara Harbour entlang Richtung Wellsford. Unterwegs in Kaiwaka kommen wir an einem interessanten Bauwerk im Hundertwasser-Stil vorbei, das offenbar gerade renoviert wird. Von dort geht es Richtung Helensville, denn wir haben als letzte Station einen Campingplatz in Parakai im Visier. Die Straße führt durch schöne Weidelandschaft bei abwechselnd Regen und Sonne.

In Parakai suchen wir den Platz, der aber nicht ausgeschildert ist. Schließlich fragen wir beim örtliche Spa (Parakei Hot Springs) und siehe da, er ist hinter dem Thermalbad und wird von dem Bad mitverwaltet. Es ist ein recht einfacher, sehr ruhiger Platz, aber mit Waschmaschine und Trockner. Nur Waschpulver gibt es nicht portioniert zu kaufen, man muss eine ganze Packung im örtlichen Laden erwerben. Es ist ein guter Platz dicht genug an Auckland, aber abseits vom Trubel, um in Ruhe aufzuräumen, wenn am nächsten Tag der Camper zurückgegeben werden muss.

Karfreitag, 30.03.

Nach dem Einpacken und Saubermachen geht es zurück nach Auckland, wo wir noch einen kurzen Bummel machen und dann am Flughafenhotel (unser Flieger geht am 31.03.um 6:30 Uhr) einchecken und das Gepäck abladen. Gegen 15 Uhr sind wir beim Camperverleih, wo es rappelvoll ist. Wir laden unsere Lebensmittelreste in Regal und Kühlschrank ab, stellen den Plastikkorb für den nächsten Nutzer hin und warten auf die Abnahme. Um 16 Uhr sind wir dort bereits fertig und fahren mit dem Shuttle zum Flughafenhotel. Ein toller Urlaub!

Ute Arlt, Juni 2018

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