Alaska- und Yukon-Rundreise 2017

Schon im Vorfeld war die Buchung über CU | Camper unproblematisch und mit Frühbucherrabatt auch am günstigsten, vor allem inklusive aller Versicherungen, komplette Ausstattung und unbegrenzte Meilen.

© K. und M. Huber
Denali-Nationalpark

Wir haben im Dezember gebucht und reisten im August / September. Was uns allerdings bis heute ein Rätsel bleibt ist, warum je kleiner das Wohnmobil ist, es desto teurer ist. Aber egal, wir buchten ab Anchorage ein 30-Fuß-Wohnmobil bei Cruise America.

In diversen Foren hatten die zwar nicht immer gute Bewertungen aber wir waren sehr zufrieden. Da nicht viel los war (31.08.) konnten wir schon Vormittag das Wohnmobil übernehmen, wurden gut eingewiesen z. T. über einen Film, bekamen von FredMeyer (Supermarkt) Gutscheine für Prozente und auch gleich den Hinweis, dass ganz in der Nähe einer ist.

Infos zur Tour

Auch die Rückgabe war völlig problemlos. Das Wohnmobil war in einem guten Zustand und auch sauber. Für Amerika war es mit einer Länge von 9,10 Metern Breite und gut 3 Metern ebenso die Höhe, eher mittelgroß und auf den Highways auch gut zu fahren, deren Zustand übrigens sehr gut war, auch die Gravel Roads.

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Murmeltier im Denali-Nationalpark

Spritverbrauch war bei durchschnittlich 80-90 km/h nur 16 Liter, die Benzinkosten in den USA ca. 3$ pro Gallone und in Kanada ca. 1,39 C$ pro Liter.
Wir wollten die sogenannte Acht fahren, angeblich ca. 3.400 km, waren aber 4.100 km, jedoch in 21 Tage schon zu fahren – wenngleich eine Woche mehr schön gewesen wäre.
Was nicht schlecht ist, sich die Cruise America App runter zu laden, da man dann immer Dinge bzw. Orte wie Dumps, Propangastankstellen, Tankstellen, Einkaufsmöglichkeiten etc. nachschauen kann. Wir hatten einen deutschen Führer und auch die Milepost, sowie Karten, die man sich im Internet kostenlos runterladen kann. Außerdem gibt es in den Visitor Centers auch oft gute Infos, bzw. eine Art Zeitung.

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Ein Caribou in Alaska

Das Wetter ist besonders im September an der Küste oft mal regnerisch, aber wir haben im großen und ganzen Glück gehabt. Im Landesinneren ist es meist schön. Die Temperaturen sind 10-17 Grad am Tag, nachts zwischen -5 und +2 Grad in höheren Lagen, bis +10 Grad auf Meereshöhe. Besonders am Meer geht oft ein heftiger Wind, was es etwas kälter macht. Wir hatten meist Pullis und Fleecejacken an, aber auch wärmere, Winterjacken, die wind- und wasserdicht sind. Genauso wie wasserdichte Wanderstiefel und evtl. auch Wanderstöcke, Mützen und zum Teil Handschuhe.

Wir hatten für das Wohnmobil auch einen Spannungsumwandler, dann konnten wir unter der Fahrt den Laptop und Akkus laden. Eine Minidrückerkanne für Kaffee war auch sehr gut, da löslicher Kaffee nicht so unser Ding ist. Die Leute waren alle sehr nett, die Einheimischen genauso wie alle anderen Touristen, vor allem sind alle total gechillt. Im September ist auch nicht mehr viel los, manche Geschäfte machen halt auch schon zu, aber das war kein Problem.

Übrigens: Wenn man in die USA fliegt, braucht man ESTA. Wenn man in Kanada dann zu Land einreist, braucht man kein ETA. Sollte man ETA beantragen müssen, immer nur über die offizielle Seite beantragen, dann kostet es nur 7 C$. Die Seite ist aber nur auf englisch und französisch.

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Straße Richtung Denali

Start in Anchorage

Tag 1: Wir kauften in Anchorage die meisten Lebensmittel ein, da es auf unserer Reise der „billigste“ Ort war. Ein Hinweis, falls möglich: Grundnahrungsmittel und Dinge, wie Schwamm, Gewürze etc. mitnehmen – ist in Deutschland wesentlich billiger.

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Grizzlybären bei Haines

Wir reisten mit Icelandair an, da hätten wir das machen können, da jeder 2×23 kg Gepäck frei hatte. Auch eine SIM-Karte von AT&T haben wir uns gekauft, die aber trotz der Versicherungen des Verkäufers in Kanada nicht funktionierte. WLAN gibts eigentlich nur in den Visitor Centers oder in privaten RV-Parks, die wir eher nicht benutzt haben. Netz gibt es auch nur in der Nähe von Orten, also öfter mal nicht, aber SIM-Karte hat sich rentiert. (1 Monat, 6 GB Daten plus Telefonieren / SMS für 45$.) Entweder sind wir so stehen geblieben oder wir fuhren staatliche Campingplätze an. Diese sind am schönsten, aber auch sehr einfach (Selbstregistrierung an den Feestationen, also immer Kleingeld dabei haben, weil man das Geld passend ins Kuvert stecken muss, kosten durchschnittlich 12$), aber mit unserem Wohnmobil waren wir immer 3-4 Tage autark, dann suchten wir uns einen Dump bei einer Tankstelle oder in einem RV-Park. Kostete jeweils zwischen 5-15 $. Der Kauf eines Bärensprays ist auch anzuraten, brauchten wir zwar nicht, aber sicher ist sicher.
Danach ging es Richtung Denali Nationalpark. Nach ca. 3 Stunden Fahrt übernachteten wir auf einem Parkplatz.

Tag 2-4: Am nächsten Tag trafen wir im Nationalpark ein, hier war der einzige Campingplatz, den wir vorher gebucht hatten inklusive der Fahrt mit dem Bus in den Park, da man dort nicht mit Privatautos reindarf. Der Teklanika River Campground ist im Nationalpark und 3 Nächte sind Mindestaufenthalt, dafür muss man auch gleich alle Lebensmittel dabei haben.

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Seelöwen im Kenai Fjord

Im September kann es hier in der Nacht auch schon empfindlich kühl werden. Am ersten ganzen Tag hat man dann eine Reservierung für die Busfahrt, die reicht bis Wonderlake. Wir haben wirklich viele Tiere gesehen (Grizzlys, Caribous, Wolverine, Wolf, Schwarzbär, Moose, Squirrels etc.) und vor allem den Mt. Denali (McKinley). Am zweiten Tag sind wir dann nochmal mit den Bus rein. Da hat man keine Reservierung mehr und es kann schon 2-3 Busse dauern, bis man mitfahren kann, aber die kommen alle 10-15 Minuten. Auch da sahen wir wieder viele Tiere und den Mt Denali, da gingen wir den AlpineTrail, ist nur drei Kilometer den Berg hinauf – mit toller Aussicht.

Am 5.-6. Tag ging’s dann weiter nach Fairbanks. Diese Strecke wieder runter nach Tok ist eher nicht so spektakulär. Schöner wär der Old Denali Highway gewesen, den haben wir uns aber zu jener Zeit noch nicht getraut, da er nicht so gut sein soll. Jetzt würden wir ihn fahren. Zwei Tage später trafen wir in Chicken ein, ein Ort den man gesehen haben muss, der Name ist hier Programm.

Am 7.-8. Tag unserer Reise fuhren wir nach Kanada auf dem „Top of the world“-Highway, eine wirklich traumhafte Strecke, nach Dawson City. Hier sollte man gleich auf der Seite, an der man ankommt, auf den Campground fahren und danach mit der Fähre über den Yukon. Zu Fuß kein Problem. Sehr schön durchzubummeln. Abends ist zum Essen gehen das Klondike Kate sehr gut und natürlich darf man die sehr gute CanCan-Show im Casino Diamond Tooth Gertie’s nicht verpassen. Auch im DawsonCity Hotel sollte man vorbeischauen und einen Whisky mit dem legendären Zeh probieren.

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Dezadeash Lake im Kluane-Nationalpark

Die Wracks der Sternwheelers kann man nach einem Spaziergang am Yukon beim Campingplatz anschauen und auf den MidnightDome muss man einfach rauf, da hat man eine Wahnsinns-Aussicht über Yukon und Klondike River und natürlich über Dawson.

Am 9. Tag ging’s zu den 5 Finger Rapids, einer Engstelle am Yukon. Dort führt vom Highway ein kurzer Trail hin. Danach fuhren wir weiter Richtung Whitehorse, kurz vorher sind die Takhini Hot Springs. Die 12$ Eintritt sind ok. Danach in Whitehorse kann man im Klondike Rips and Salmone sehr gut, aber auch sehr teuer essen gehen.

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Tierwelt im Kluane-Nationalpark

Tag 10: Wir gingen auf unserem Campingplatz, Wolf Creek, den gleichnamigen Trail, fuhren dann am Emerald Lake und bei Carcross an den Sanddünen vorbei. Leider regnete es und wir machten nur zum Fotografieren halt. Als wir nach Skagway (wieder USA) runterfuhren, wurde es total neblig und regnerisch. Eigentlich wollten wir uns die Stadt ansehen, die für Alaskaverhältnisse recht groß ist und viele Läden hat, aber da wir gleich eine Überfahrt nach Haines mit der Fähre bekamen, setzten wir noch am selben Tag über. Haines ist eher kleiner. Der Chilkoot River Campingplatz ist der schönste hier und auf dem Weg am gleichnamigen Fluss kann man mit ein wenig Geduld, besonders im Herbst, wo hier tausende von Lachsen laichen, in den Nachmittags- und Abendstunden Bären sehen. Auch Weißkopfseeadler gibt es hier. Einfach mit dem Fahrzeug am Ufer an einer Parkbucht stehen bleiben und warten. Wir haben einige gesehen und sind auch am Fluss entlangspaziert. Das ist aber nicht ungefährlich.

Tag 11-12: Direkt im Campingplatz lief uns eine Elchkuh über den Weg, war wohl im See baden. Wieder beobachteten wir Bären und buchten für den zwölften Tag einen Flug über die Gletscher bei Mountain Flying Service direkt hinter dem Visitor Center. Sehr zu empfehlen und ab Haines einiges billiger, als ab Skagway. War grandios, auch das Wetter spielte mit. Danach fuhren wir Richtung Kluane Nationalpark. Gleich nach Haines konnten wir schon wieder Grizzlys beobachten, einer kam ganz nah, drehte dann aber doch ab. Wir waren schon auf den Sprung ins Auto. Auch Adler sichteten wir wieder.

Bei den Schwarzbären

Tag 13-14: Wir machten verschiedene Trails. Den St. Elias Lake Trail zu einem kleinen See, dann am Dezadeash Lake hinauf auf den Rock Glacier mit fantastischer Aussicht. Am nächsten Tag suchten wir vergeblich den Einstieg zum Sheep Trail, der der schönste hier sein soll, aber leider fanden wir ihn nicht. So fuhren wir am Kluane Lake entlang Richtung Tok.

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Harding Icefield bei Seward

Tag 15-16: Wir gingen den kurz hinter unserem Campingplatz liegenden Eagle Trail mit Aussicht auf den Tanana River. Da wir nun nicht mehr im Nationalpark waren und im Herbst anscheinend Jagdsaison ist, sahen wir überall Jäger und somit weder ein Moose noch Caribous. Die hatten sich halt versteckt. Dafür Gletscher, unter anderem am Glacierpoint, später in der Ferne Mt Sanford und Mt Drum. Die erste Nacht hielten wir auf einem Pass, die zweite am Eklutha Lake mit Campingplatz.

Tag 17: Heute machten wir Halt in Anchorage, wo wir Mitbringsel kauften, unter anderem einen Silberarmreif für 80$, der ganz gleiche hätte in Dawson City 140$ gekostet! Wir buchten bei Kenai Fjord Tours die Kenai Nationalpark-Tour, die 5-6 Stunden dauert. Danach ging es noch Richtung Seward, ca. 35 km davor übernachteten wir.

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Holgate Gletscher

Tag 18-20: Die Schiffsfahrt war einfach fantastisch. Schon im Hafen sahen wir einen Seeotter, danach Seelöwen, Robben, Wale und den Holgate Gletscher, der direkt ins Meer geht. Der Kapitän ließ wirklich allen Passagieren die Möglichkeit, zu schauen und zu fotografieren. Wir übernachteten direkt am Meer in Seward im Waterfront Campground.

Am nächsten Tag regnete es leider wieder. Wir erkundigten uns nach der Tide im Visitor Center, da wir den Coast Trail gehen wollten. Endlich abends, als auch die Tide niedrig war, hörte es auf und wir gingen los, durch subarktischen Regenwald, wirklich toll, alles moosbehangen und es sah sehr mystisch aus. Nach ca. einer Stunde kamen wir an einen Fluss, wieder mal mit vielen Lachsen, auch halb verspeiste, die die Bären liegen gelassen hatten. Wir gingen noch am Meer entlang. Nach einiger Zeit traten wir den Rückweg an, plötzlich, als wir über eine kleine Holzbrücke gingen, sahen wir in nicht mal zwanzig Metern Entfernung einen Schwarzbären, der einen Lachs verspeiste.

Er bemerkte uns, kam näher, betrachtete uns, wir verhielten uns so wie in den Merkblättern erklärt, machten uns groß, winkten und redeten mit ihm und nach ein paar Minuten trollte er sich wieder. Das war sehr beeindruckend und mir schlotterten schon die Knie.

Am nächsten Tag machten wir uns auf zum Exitgletscher. Man kann einen kurzen Trail hingehen. Wir gingen jedoch auch noch zum Harding Icefield, das heißt knapp 1.100 Meter. Oben wird man für die Anstrengung belohnt, im Umkreis nur Eis, Schnee und Bergspitzen. Danach waren wir ziemlich fertig und übernachteten nochmal in Seward.

© K. und M. Huber
Exit Gletscher bei Seward

Tag 21: Wir fuhren zurück Richtung Anchorage. Fuhren noch bei Hope vorbei, was sich aber nicht gelohnt hat. Beim Turnagain Arm war gerade Ebbe, als wir ankamen. Plötzlich sahen wir, wie die Flut förmlich einschoss. Wir wendeten und fuhren so schnell wie die Flut, sage und schreibe 30 Meilen in der Stunde. Wir sahen dem Spektakel zu und fuhren dann wieder in Richtung Anchorage. Als die Flut ziemlich fortgeschritten war, sichteten wir auch wieder, wie schon bei der Hinfahrt, Belugas. In Anchorage wuschen wir das Wohnmobil außen, fuhren zum Golden Nugget Campground, der unverschämt teuer ist (50$). Aber dort konnten wir auch gleich den Dump entleeren, packten und verlebten unsere letzte Nacht. Am nächsten Morgen machten wir noch alles sauber, besenrein und Bad und Spüle etwas sauber, füllten danach noch Gas auf und dann ging es zurück zu Cruise America.

K. und M. Huber, September 2017

USA
Alaska- und Yukon-Rundreise starten