In drei Wochen quer durch Neuseeland: Dieser Bericht zeigt die perfekte Route von Christchurch nach Auckland inklusive Insider-Tipps zu Freedom Camping und Stellplätzen.
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Nach unserem ersten Wohnmobil-Urlaub in Kalifornien im Jahr 2017 war die Sehnsucht nach den Weiten und der atemberaubenden Natur in den USA bereits zu Beginn des nächsten Jahres so groß, dass wir uns kurzerhand für einen weiteren Trip in diese Region entschieden. Dieses Mal sollte vor allem die Natur und das Wandern im Vordergrund stehen, nur unterbrochen von einem 3-tägigen Zwischenstopp in der Zivilisation – San Diego – für den Besuch von Freunden und natürlich dem für den Mann obligatorischen „Ausbaumeln“ in Las Vegas, unserer Abgabestation.
Ausschlaggebend für die Wahl unserer Übernahmestation waren schon wie im Jahr zuvor die günstigen Flugpreise der Lufthansa nach San Francisco sowie das gute Angebot von Apollo für unseren „Winnie“ – einen Pioneer RV 22-25, den wir auch bei der Übernahme zugeteilt bekamen. Bei der Planung unserer Route wollten wir zum Einen Lücken aus dem Vorjahr schließen (zum Beispiel den Highway 1 ohne Sperrung erleben) und Meilensteine wie das Umarmen eines Mammutbaums, den Blick hinunter in den Grand Canyon und den Anblick roter Steine in Utah von der imaginären „Must See“-Liste streichen. So ergab sich relativ schnell eine vielfältige Strecke über Big Sur zum Sequoia-Nationalpark, zurück an die Küste nach San Diego, über den Grand Canyon-Nationalark in Richtung Utah und den Capitol Reef-Nationalpark, den Bryce Canyon-Nationalpark und den Zion-Nationalpark nach Las Vegas.
Nach einem problemlosen Flug übernahmen wir am Folgetag bereits am Vormittag unseren Winnie bei Apollo in San Leandro und erlebten hautnah das kontrollierte Abgabechaos nach dem „Labor Day Weekend“, welches dazu führte, dass unsere Einweisung in Windeseile vonstattenging – für Wiederholungstäter wie uns kein Problem – und wir ‚eigentlich‘ schnell vom Hof gekommen wären. Eigentlich, da wir beim Kontrollieren feststellen mussten, dass Wasserschlauch und Fahrzeugpapiere fehlten und die Markise sich nicht ausfahren ließ. Eine gute Stunde später waren (vermeintlich) alle Mängel behoben und wir rollten in Richtung Großeinkauf. In diesem Jahr hatten wir bei Walmart bereits einige Dinge wie Campingtoilettenpapier online vorbestellt (hat prima geklappt!) und doch brauchten wir in den endlosen Gängen fast zwei Stunden, um alles Notwendige zusammenzusuchen und den Bezahlvorgang zu meistern.
Merke: Alkohol und Obst/Gemüse, welches noch gewogen werden muss, sind für die Bezahlung an Self-Service Kassen nicht zu empfehlen. So erreichten wir erst in der beginnenden Dämmerung – die Tage im September sind merklich kürzer – unseren ersten Campground (Sunset State Beach) und wurden durch den Blick auf den pazifischen Ozean und die Sichtung zweier Eulen für die Strapazen des Tages entlohnt. Nun beginnt der Urlaub richtig!
Den nächsten Tag starteten wir mit einem Besuch des Monterey Bay Aquariums – mit rund 50 Dollar pro Nase alles andere als günstig, allerdings jeden einzelnen Cent wert.
Bei solchen Dingen haben die Amerikaner uns einiges voraus, jedes besuchte Museum und jeder besuchte Zoo (San Diego!) waren bisher eine Wucht. Die Nacht verbrachten wir dann mit Blick auf den pazifischen Ozean auf einem Campground am Highway 1, eine Traumstraße, auch bei unserem Zweitbesuch einfach nur atemberaubend. Hier hätten wir mal wieder viel länger bleiben wollen, doch die „Bäume“ warteten. Auf dem Weg in den Sequoia-Nationalpark stoppen wir kurz im Kings Canyon-Nationalpark, der auf dem Weg liegt, und schauen uns die ersten Baumriesen an. Irre. Zwei traumhafte Tage verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein im Sequoia-Nationalpark, wandern auf wunderschönen Wegen und genießen die Ruhe in diesem doch eher kleinen Nationalpark. Unverhofft werden wir Zeuge eines grandiosen Sternenhimmels bei Neumond und lauschen im Amphitheater des Lodgepole-Campgrounds den Erlebnissen eines echten Astronauten.
So ungern wir uns von den liebgewonnenen Baumriesen lösen, so müssen wir doch weiter, wieder Richtung Küste gen San Diego. Nach einem langen Fahrtag durch den Großraum Los Angeles besuchen wir in den nächsten Tagen den San Diego Zoo und die U.S.S. Midway, streifen durch das Gaslamp Quarter, durch Coronado und den Vorort Ocean Beach. San Diego ist eine tolle Stadt, viel entspannter als Los Angeles und dabei trotzdem mit schönen Stränden und einer fortwährenden Sommerstimmung gesegnet. Fast die Hälfte unserer Reise ist zu diesem Punkt schon vorbei, die Zeit rast und die drei Wochen werden mal wieder viel zu wenig Zeit sein, um all die Eindrücke, die fortwährend in den USA auf einen niederprasseln, aufnehmen zu können.
Einen ganzen Tag brauchen wir, um mit unserem Winnie fast 400 Meilen durch den Süden Kaliforniens und Arizona zurückzulegen und in Greifweite des Grand Canyon zu gelangen. Für uns funktioniert die Kombination aus seltenen, strammen Fahrtagen und dann mehreren Tagen an einem Ort sehr gut – acht Stunden reine Fahrzeit sind jedoch beileibe kein Pappenstiel. Der Anblick des Grand Canyon versöhnt uns dann am nächsten Tag für die vielen Fahrstunden. Sobald man sich einige Meter vom fürchterlich überlaufenen „Mather Point“ entfernt, kann man die Stimmung dieses Weltwunders erst wirklich spüren. Wir steigen einige Meilen über den South Kaibab Trail in den Canyon hinab und werden nicht das letzte Mal in den nächsten Tagen mit steilen, ungesicherten Abgründen und dem ein oder anderen Anfall von Höhenangst konfrontiert.
Nach
zwei Tagen am Grand Canyon verlassen wir den Park in Richtung Osten,
besuchen in Page den Horseshoe Bend und werden Zeuge von Touristen,
die sich in Sandalen und ohne Hut kurz vor dem Hitzekollaps bei weit
über 50 Grad durch den Sand schleppen. Wir erstehen spontan Tickets
für den Canyon X und sind von den Farbspielen der Slotcanyon-Wände
zwar beeindruckt, doch so richtig genießen kann man dieses Stück
Natur bei der Menge an Menschen und der begrenzten Zeit, die man dort
verbringen darf, leider nicht.
Weiter geht die Fahrt mit Winnie durch das Monument Valley hin zum zu Unrecht völlig unterschätzten Natural Bridges National Monument. Leider sind wir für den letzten Stellplatz auf dem sehr kleinen Campground genau 5 Minuten zu spät, doch wir erleben einen spannenden Tag mit einer langen Wanderung zu den drei großen natürlichen Brücken und machen unsere erste Boondocking-Erfahrung. Auf dem Plan stehen nun noch drei der fünf großen Nationalparks in Utah: Capitol Reef, Bryce Canyon und Zion. Begeistert sind wir von allen Parks, auch wenn es im Bryce Canyon und im Zion vor Besuchern nur so brummt. Im Capitol Reef finden wir Ruhe neben Apfelbäumen und Rehen mitten in der Wüste, fahren die wunderschöne Route 12 mit einem Stopp beim Kiva Koffeehouse (leckerer Kaffee und noch warme Blaubeermuffins), wandern hinunter in den Bryce Canyon und erkunden die Narrows im Zion-Nationalpark.
Viel zu schnell geht diese letzte Woche in den roten Steinen vorbei und auf dem Weg zu unserer letzten Station Las Vegas machen wir noch eine kurze Rast im Valley of Fire State Park. Unser Vorhaben einige der kurzen Trails abzuklappern, geben wir bei Temperaturen, die selbst im Schatten Saunacharakter haben, jedoch schnell auf und sehnen uns in das kühle Nass des Virgin River im Zion-Nationalpark zurück.
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drauf geben wir unseren Winnie mit einer Träne im Auge frisch
geputzt und entleert problemlos bei Apollo zurück. Auch bei unserer
zweiten Anmietung haben wir wenig zu meckern. Selbstverständlich
sind einige Bauteile des RV nicht so hochwertig verarbeitet, wie man
es hier in Deutschland gewohnt ist – so hatten wir einige beinahe
„Katastrophen“ mit einem sich öffnenden Kühlschrank, der sich
einfach nicht arretieren ließ, ein Warmwasserboiler, der von Zeit zu
Zeit den Dienst quittierte und einen
wohl etwas ramponierten
Sensor am Tankdeckel, doch nichts wirklich Ernsthaftes. Wir empfehlen
eine Rolle Tape mit auf Reisen zu nehmen.
Unser
Fazit: Der USA-Wohnmobilvirus
hat uns fest im Griff. Insbesondere die tolle Landschaft im
Sequoia-Nationalpark
hat uns nachhaltig beeindruckt, wir kommen zurück! Die Dichte an
Naturhighlights in Utah war uns schon fast zu viel, insbesondere an
Orten, die von großen Reisebussen angesteuert wurden, verkrümelten
wir uns auf längere Wanderwege und versuchten die Massen zu meiden.
Ohne Reservierung der Campgrounds hätten wir hier vor verschlossenen
Toren gestanden. Unser nächstes Ziel: Eine Route etwas weiter
nördlich, Yellowstone-Nationalpark
wir kommen!